Rübenanbauer- und Aktionärsverband Nord zieht in Emmen Bilanz

„Schwerste Bedingungen“

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Zu ihrer Winterversammlung kamen die Mitglieder des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord am Dienstag in Emmen zusammen. Die Ernte fiel durchschnittlich aus, die Bedingungen aber waren hart.

Emmen. Zur Winterversammlung des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord kamen am Dienstagvormittag mehr als 60 Landwirte und Vertreter der Nordzucker AG und des Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) im Gasthaus Pasemann in Emmen zusammen.

Genau nach 126,5 Tagen endete Mitte Januar die Rübenkampagne 2017 und konnte zum Teil nur unter schwierigsten Bedingungen, nassen Bodenverhältnissen und hohem materiellen Einsatz beendet werden, sagte Vorsitzender Friedhelm Jordan.

Dennoch konnten pro Hektar rund 72,3 Tonnen Rüben mit einem Zuckergehalt von 12,8 Tonnen eingefahren werden, was hinter dem Vorjahr liegt. Zum anderen habe es mit mehr als 1000 Liter Niederschlag pro Quadratmeter ein außergewöhnliches nasses Anbaujahr gegeben, das den Rübenanbauern noch immer in den Knochen steckt. „Im ersten Jahr nach Wegfall der Quote wird sich das auch negativ im Preis auswirken“, betonte Jordan.

Ausführlich berichteten Stefan Büsching, Geschäftsführer des Rübenanbauer- und Aktionärsverband, und Georg Sander, Manager Rübenbeschaffung der Nordzucker AG im Werk Uelzen, über die zurückliegende Kampagne. Sie unterstrichen die Schwierigkeiten der langanhaltenden Regenfälle, die die Ernte, die Logistik und auch die Verarbeitung erheblich erschwerten und damit zu einer großen Herausforderung führten. Eine verspätete Aussaat, ein nicht optimales Wachstum und die erschwerte Ernte ließen die Erwartungen der Erträge sinken, sagte Sander. Die Kampagne hat sich zwar verlängert, verlief aber insgesamt ohne gravierende Störungen, betonte Sander weiter. Insgesamt war die innere Qualität der Rüben erfreulich.

Zur Wirtschaftlichkeit der Rübe berichtete Büsching, dass die Zuckerrübe im Vergleich zum Vorjahr bei gesunkenen Preisen einen geringeren Beitrag zum Betriebseinkommen beitrug. Die Marktleistung sinkt um gut 600 Euro pro Hektar, was bei einem durchschnittlichen Rübenanbauer rund 8000 Euro weniger Einkommen im Betrieb darstellt, die nicht kompensiert werden können, so Büsching. Auf längere Sicht gesehen, sind laut Claus-Friso Gellermann von der Nordzucker AG in Braunschweig gute Perspektiven zu erwarten. Nachhaltig erzeugter Zucker ist in einem weltweit wachsenden Markt gefragt, betonte Gellermann und sagte weiterhin, dass die Rübe Zukunft habe. Zurzeit muss jedoch eine Phase mit niedrigen Preisen durchschritten werden.

„Wir kümmern uns um eine bestmögliche Bezahlung der Rüben, die die Nordzucker kauft“, sagte auch Eckhard Hinrichs vom Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) und bezeichnete dies als eine Kernaufgabe des DNZ. Insgesamt wurden in der Zuckerfabrik Uelzen in den 126,5 Tagen der Kampagne 2 322 290 Millionen Tonnen Zuckerrüben verarbeitet, was einer Tagesleistung von 18 358 Tonnen entspricht.

Bei der turnusmäßigen Wahl zur Regionalvertretung des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord wurden Andreas Heers aus Zahrenholz und Rainer Lilje aus Steimke durch einstimmige Wiederwahl in ihren Ämtern bestätigt. Neu in das Gremium wurde Jan-Wilhelm Schorling aus Ohrdorf gewählt.

Von Hans-Jürgen Ollech

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