Stadt Wittingen macht ihre Hausaufgaben bei der Inklusion

Schwerpunktschule in Radenbeck

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Stadt Wittingen macht ihre Hausaufgaben bei der Inklusion

Wittingen/Radenbeck. Die Stadt Wittingen stellt die Weichen für die Inklusion. Die Radenbecker Grundschule soll ab dem Schuljahr 2013/2014 im Primarbereich die Schwerpunktschule des Stadtgebietes für die Förderschwerpunkte geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie Hören und Sehen werden.

Der Schulausschuss hat sich einem entsprechenden Vorschlag der Verwaltung einstimmig angeschlossen.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine solche Schwerpunktschule ist deren Barrierefreiheit. Die Schule in Radenbeck bietet den Vorteil, dass alle Räume ebenerdig erreichbar sind, und dass ein Behinderten-WC vorhanden ist. Die Grundschulen in Knesebeck und Wittingen könnten das Forderungspaket derzeit nicht erfüllen, an beiden Standorten wären erhebliche Baumaßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit nötig.

Früher oder später wird es allerdings ohnehin dazu kommen: Der Gesetzgeber hat den Schulträgern eine Frist bis 2018 eingeräumt – dann muss jede Schule die räumlichen Voraussetzungen für die Inklusion bieten. Die Stadt wird sich also in den nächsten fünf Jahren darauf vorbereiten können, überall Voraussetzungen für die Beschulung behinderter Kinder zu schaffen. Der Erste Stadtrat Peter Rothe gab das dem Ausschuss mit auf den Weg: „Die Schwerpunktschule entbindet uns nicht von der Pflicht, Handlungsbedarf bei den anderen Schulen zu ermitteln.“

Bei der Oberschule muss das unter Umständen sogar recht kurzfristig geschehen. Andere Schulen für den Sekundarbereich gibt es im Stadtgebiet nicht, und so kommt der Oberschule quasi automatisch die Rolle einer Schwerpunktschule zu. Allerdings: Liegt für ein Kind mit sonderpädagogischem Bedarf eine Schule in einer anderen Kommune in zumutbarer Entfernung, darf es im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit auch diese Einrichtung besuchen. Welche Baumaßnahmen an einzelnen Schulen konkret nötig werden, bleibt abzuwarten. Das Stichwort für den Umbau heißt: „bedarfsgerecht“.

Die Beförderung der betroffenen Schüler zur Schwerpunktschule wird laut Rothe vom Landkreis als Träger des Schülertransports sichergestellt. Dabei sollen – ebenfalls bedarfsgerecht – die Linienbusse oder Einzeltransporte genutzt werden.

Für den Förderschwerpunkt Lernen wird es im Primarbereich keine Schwerpunktschule geben. Die betreffenden Kinder müssen bei ihrer zuständigen Grundschule angemeldet werden. An der Wittinger Hermann-Löns-Schule entfällt dieser Förderschwerpunkt ab dem Sommer.

Von Holger Boden

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