Wittingen: Mediziner Uwe Schaper gibt Tipps zur Prävention für Mensch und Haustier

Schutz vor Kreuzottern

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Kreuzottern sind giftige Schlagen und auch in unserer Region anzutreffen. Uwe Schaper, Ärztlicher Direktor der Helios Klinik Wittingen, gibt Tipps zur Prävention.

Wittingen. Bei den jetzt frühlingshaft ansteigenden Temperaturen erwachen auch die Schlangen aus ihrem Winterlager – selbst in unserer Region. Die einzige in unserem Umfeld natürlich vorkommende giftige Schlange ist die Kreuzotter.

Sie wird etwa 70 Zentimeter lang und hat eine dunkle kreuzartige Musterung auf dem Rücken. Man trifft in lichtem Gelände und an sonnigen Plätzen auf das Reptil.

Uwe Schaper

Die Kreuzotter ist scheu und beißt vermeintliche Feinde nur zur Verteidigung. Das Gift der Kreuzotter ist dreimal giftiger als bei der Klapperschlange, allerdings sind die Giftmengen sehr gering, so dass erst bei fünf Bissen eine Gefahr für erwachsene Menschen besteht. Seit Jahrzehnten ist in Deutschland kein gesunder Erwachsener dokumentiert worden, der durch einen Kreuzotterbiss gestorben ist. Allerdings sind in seltenen Fällen lebensbedrohliche Verläufe beschrieben.

Anders sieht es bei kleinen Hunden und Katzen aus, wo der Biss unbehandelt tödlich enden kann. Das Gift der Schlange beinhaltet Nervengifte und blutzersetzende Bestandteile, so dass sich aus einer anfangs nur punktförmig wahrnehmbaren Wunde rasch eine massive Schwellung der betroffenen Extremität und Atemnot einstellen können.

Uwe Schaper, Ärztlicher Direktor der Helios Klinik Wittingen und Tierfreund, gibt Tipps zur Prävention für Zwei- und Vierbeiner: „Als Eigenschutz für Menschen reichen in der Regel bei Wanderungen stabiles Schuhwerk und eine lange Hose. Vorsicht ist beim Pflücken von Beeren oder Pilzesammeln bei ungeschützter Hand geboten“, rät der erfahrene Arzt und erklärt weiter: „Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Biss kommen, ist die betroffene Extremität unter Herzniveau ruhigzustellen, Einschnürungen durch Bekleidung sind zu vermeiden.“ Keinesfalls solle – anders als in historischen Filmen zu sehen – die Wunde eingeschnitten oder mit dem Mund ausgesaugt werden.

Auf jeden Fall sollte, so Schaper, zum frühzeitigen Erkennen möglicher Komplikationen nach einem Schlangenbiss ein Arzt aufgesucht werden, um durch geeignete Maßnahmen lokale Probleme und Kreislaufreaktionen zu behandeln. Gerade bei Haustieren erfordert das ungünstige Verhältnis zwischen Giftmenge und Körpergewicht gegebenenfalls eine Behandlung.

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