Ausschuss: Stadt Wittingen soll Antrag stellen / Einrichtung wäre an Grundschule angesiedelt

Ja zum Schulkindergarten

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Im Schulkindergarten können angehende ABC-Schützen, die für die 1. Klasse noch nicht reif genug sind, ein paar Dinge noch einmal eingehend unter die Lupe nehmen – demnächst auch in Wittingen.

Wittingen. Wittingen soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Schulkindergarten bekommen – dafür hat der Schulausschuss am Dienstagabend die Weichen gestellt.

Heute Abend (19 Uhr, Rathaus), soll der Stadtrat endgültig darüber befinden – was nach dem einstimmigen Votum des Ausschusses als Formsache gilt.

Aus allen Fraktionen kam Zuspruch zu dem Vorstoß, an der Schnittstelle von Kindergarten und Grundschule noch ein Angebot einzubauen, das diejenigen Kinder auffängt, die eigentlich schon eingeschult werden müssten, dafür aber noch nicht die körperliche, soziale oder geistige Reife besitzen. Diese Kinder können im Schulkindergarten besonders gefördert werden, eine Verpflichtung zum Besuch der Einrichtung kann von der Schulleitung ausgesprochen werden.

Der Leiter der Grund- und Oberschule, Georg Ebener, sagte den Stadtpolitikern, er sehe angesichts von „immer mehr Rückstellungen“ Bedarf für einen Schulkindergarten. Im laufenden und im vergangenen Schuljahr wurden je sieben Kinder noch nicht für die erste Klasse zugelassen, im Schuljahr 2015/2016 waren es fünf. Zu Rückstellungszahlen in Radenbeck und Knesebeck konnten im Ausschuss keine Angaben gemacht werden.

Der Ausschussvorsitzende Christian Hinze-Riechers (CDU) verwies darauf, dass von der Schulbehörde ohnehin empfohlen worden sei, einen Schulkindergarten für das gesamte Stadtgebiet einzuführen. Betroffene Kinder aus den Orten müssten also die Einrichtung im Kernort besuchen. Ebener zufolge gab es bereits Vorgespräche mit einer Dezernentin, wobei die Genehmigungsfähigkeit eines Wittinger Antrags signalisiert worden sei.

Der Schulleiter sagte, 7 bis 17 Kinder sei die ideale Größe für einen Schulkindergarten. Die Betreuung dort (8 bis 12 Uhr) werde von einer Lehrkraft übernommen. Als Ort der Unterbringung sei ein vorhandener Schulcontainer mit zwei Räumen „erste Wahl“, auch ein weiterer Unterrichtsraum könne eventuell mitgenutzt werden. Wesentliche Inhalte sind unter anderem sprachliche Kommunikation, Heranführung an Schriftsprache sowie an Zahlen und Ziffern, Schulung der Feinmotorik und Bewegungserziehung. Artur Geiger (SPD) formulierte das, was offenbar Konsens zwischen den Fraktionen war: „Wir sind für den Schulkindergarten – die Heranführung an den Schulbetrieb ist der wichtige Aspekt.“

Andrea Harms (FWG) vertrat die Auffassung, dass es ein Anliegen der Eltern sein könne, dass auch für dieses Angebot zwischen Kindergarten und Grundschule eine Ganztagsbetreuung ermöglicht wird. Ebener zeigte sich skeptisch: Das sei „möglich, aber nicht in jedem Fall optimal“. Die Kinder seien in dem Alter mittags „oft ziemlich erschöpft“.

Stadtbürgermeister Karl Ridder richtete einen Dank an die Schule für die Bereitschaft, einen Schulkindergarten einzurichten. Stimmt der Stadtrat heute Abend zu, dann wird ein entsprechender Antrag an die Landesschulbehörde gestellt. Wann der Startschuss erfolgen kann, ist noch offen.

Von Holger Boden

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