Oberschule Wittingen geht am Montag mit 116 Fünftklässlern an den Start

„Schüler können kommen“

Die Oberschule ist für die neue städtische Schulsituation gerüstet: Stadtbürgermeister Karl Ridder (links), Schulleiterin Beate Harms und der Erste Stadtrat Peter Rothe. Fotos: Boden

Wittingen. Wenn am Montag das neue Schuljahr beginnt, dann finden sich die Wittinger in einer grundlegend veränderten Schullandschaft wieder. An der Spittastraße geht die Oberschule an den Start, mit 116 Haupt- und Realschülern, die in der 5.

Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Die Hauptschule an der Gustav-Dobberkau-Straße ist der Oberschule als Außenstelle organisatorisch zugeordnet. Die Grundschule bleibt eigenständig, doch mangels Schulleitung wird sie kommissarisch vom Leitungsteam der Oberschule „mitgeleitet“.

Als Mensa für die Ganztagsschule dient die bisherige Caféteria. Neue Möblierung ist für einen späteren Zeitpunkt eingeplant.

Um die Sache noch ein wenig komplizierter zu machen: Unter dem Dach der Oberschule läuft die bisherige Realschule noch einige Jahre lang aus – die neuen Jahrgänge 6 bis 10 werden noch nach alten Realschul-Vorgaben unterrichtet. Und während an der Gustav-Dobberkau-Straße für alle Schüler ein offenes Ganztagsangebot gilt, wird die Oberschule als teilgebundene Ganztagsschule geführt – die Erlasse des Kultusministeriums wollen es so. An der bisherigen Realschule ist in den Ferien insbesondere auf Leitungsebene viel gearbeitet worden, um für die neue Situation gerüstet zu sein. Trotz der vor allem für Laien unübersichtlichen neuen Schulstruktur gibt sich Rektorin Beate Harms gelassen: „Wir sind gut vorbereitet, die Schüler können kommen.“ So sieht man das auch beim Schulträger, der Stadt Wittingen: Alles, was bis hierhin möglich gewesen sei, sei getan worden, sagt Stadtbürgermeister Karl Ridder.

Und das war nicht ganz einfach: Erst im Juni kam von der Landesschulbehörde die Genehmigung für die Oberschule, erst am 4. Juli wurde grünes Licht für die Ganztagsschule gegeben. Auch wenn der Verwaltungsausschuss während der Ferienzeit im zweiwöchigen Rhythmus weitertagte: Die Zeit reichte nicht, um alle baulichen Maßnahmen auszuschreiben und umzusetzen.

Doch immerhin: „Zu 90 Prozent sind wir am Ende der Woche durch“, meint der Erste Stadtrat Peter Rothe. So waren in dieser Woche noch Fliesenleger im Küchenbereich aktiv. Noch fehlen dort die Geräte, nächste Woche soll voraussichtlich alles stehen. Die Investitionen für die Küche werden wohl an der 100 000-Euro-Marke kratzen.

So werden die Schüler im Gebäudekomplex an der Spittastraße zunächst noch einige Handwerker antreffen. Harms will aber durch Absprachen dafür sorgen, dass möglichst geringe Störungen durch Lärm auftreten. Beispielsweise läuft der letzte Abschnitt der Dachsanierung (400 000 Euro), und bis zu den Herbstferien soll das Außen-WC für die Jungen (40 000 Euro) fertiggestellt sein.

Auch pädagogisch sind, soweit möglich, die Weichen gestellt. Für die neuen Oberschüler wird es erst ab Klasse 6 in einigen Fächern Differenzierung geben, bis dahin haben sie stets gemeinsam Unterricht. Es wird Aufgabe des neuen Schulvorstandes sein, weitere Details zu bestimmen.

Der Vorstand muss, wie alle anderen Schulgremien, neu besetzt werden. Die Gesamtkonferenz soll Anfang Oktober erstmals tagen, ein Elternabend für den fünften Jahrgang ist für den 18. September geplant.

Die teilgebundene Ganztagsschule bedeutet für die Fünftklässler verpflichtenden Nachmittagsunterricht am Dienstag und Donnerstag, zudem sollen die Elternwünsche für ein freies Angebot am Mittwoch abgefragt werden. Harms will mit ihrem Team auf jeden Fall die notwendige Betreuung sicherstellen.

Drei neue Lehrer nehmen am Montag ihren Dienst an der Wittinger Oberschule auf. Harms zufolge liegt die Unterrichtsversorgung der Schule damit über 100 Prozent.

Von Holger Boden

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