Brandschutz ist im Kreis Gifhorn keine Männerdomäne mehr / Weibliche Mitglieder gut integriert

Schon 800 Frauen in der Feuerwehr

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Längst Alltag bei den Brandschützern: Feuerwehrfrauen im Einsatz. Rund 800 weibliche Mitglieder verrichten bereits ihren Dienst im Landkreis Gifhorn – Tendenz steigend. Sonderrechte haben die Frauen dabei nicht.

Wittingen/Landkreis Gifhorn. Die Zeiten, in denen die Feuerwehrarbeit eine reine Männerdomäne war, sind schon lange vorbei. Rund 800 freiwillige Feuerwehrfrauen verrichten derzeit ihren Dienst im Landkreis Gifhorn.

Im bundesweiten Vergleich engagieren sich damit überdurchschnittlich viele weibliche Mitglieder in der Feuerwehr. Auch im Hinblick auf die sinkenden Mitgliederzahlen sowie den Altersdurchschnitt der Wehren geht es ohne sie schon lange nicht mehr.

Etwas Besonders seien Frauen in den Wehren daher schon lange nicht mehr, freut sich Gifhorns Kreisbrandmeister Willi Aldinger: „Das ist Alltag“, sagt er. Ein Indiz für die gute Einbindung der Feuerwehrfrauen im Kreis: Das Amt der Kreisfrauensprecherin wurde vor einigen Monaten abgeschafft. Auf Kreisebene werde es nicht mehr benötigt, „weil die Frauen gut integriert sind“, sagt die ehemalige Kreisfrauensprecherin Claudia Seer auf IK-Anfrage. Auf Stadt- und Samtgemeindeebene werde es weiterhin Frauensprecherinnen als Ansprechpartner und Vertrauensperson geben.

In den letzten Jahren habe sich viel innerhalb der Feuerwehr getan, meint Seer. Männer und Frauen würden sich heutzutage gut ergänzen. „Es gibt auch Dinge, die Frauen oft besser können.“ Beispielsweise bei der Versorgung von Unfallopfern seien sie oft einfühlsamer.

Zudem sei es – etwa für Mädchen in der Pubertät – wichtig, dass es in den Jugendfeuerwehren nicht nur männliche, sondern auch weibliche Betreuer gebe. Gerade die Mädchen seien oft aktiver dabei. Diese gingen später auch als Feuerwehrfrauen in die Wehren.

Auch gebe es bei den Wehren häufig Probleme, zu bestimmten Tageszeiten die Einsatzstärke aufrecht zu erhalten, etwa zum Schichtwechsel. Das könne durch die Feuerwehrfrauen teilweise abgefangen werden.

Verändert hat sich auch die Situation in den Gerätehäusern. Frauentoiletten sind inzwischen flächendeckend eingerichtet. Duschen werden bei neuen Gerätehäusern von Anfang an eingeplant.

Mit Ausnahme des Schutzes bei Schwangerschaft gibt es aber keine Unterschiede zwischen den männlichen und weiblichen Kameraden. „Frauen sind gleichgestellt. Wir haben keine Sonderrechte“, erklärt Seer. Das gelte auch für die Lehrgänge. Genau wie die männlichen Kollegen haben die Frauen ebenso die CSA-Ausbildung absolviert.

Aldinger: „Die Mehrheit der Feuerwehrfrauen setzt sich für ihre Rechte selbst ein. Sie sind integriert und akzeptiert.“

Von Alexander Täger

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