Schnehage: Vorwürfe haltlos

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Katachel-Vorsitzende Sibille Schnehage beim Verteilen von Hilfsgütern in Afghanistan.

Bergfeld. – Von Holger Boden. Gegen die Vorsitzende des Afghanistan-Hilfsvereins Katachel, Sybille Schnehage aus Bergfeld, wird nicht mehr wegen Untreue ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig teilte gestern mit, dass der Anfangsverdacht sich nicht erhärtet habe.

Schnehage und ihr ehemaliger Projektleiter Mohammad Dadgul Delawar hatten sich gegenseitig vorgeworfen, Spendengelder veruntreut zu haben. Auch gegen Delawar habe man die Ermittlungen eingestellt, so die Staatsanwaltschaft – allerdings nur vorläufig wegen „derzeitiger Unerreichbarkeit“.

Schnehage habe im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Vernehmung zu allen gegen sie gerichteten Vorwürfen plausible Angaben machen können, heißt es in der Mitteilung der Braunschweiger Justiz. Auch aus Unterlagen, die im Rahmen einer Hausdurchsuchung ausgewertet wurden, hätten sich keine Anhaltspunkte „für von ihr zu verantwortende Untreuehandlungen ergeben“, insbesondere auch nicht für eine persönliche Bereicherung.

Schnehage zeigte sich gestern erleichtert – aber auch mitgenommen von den Vorgängen des letzten Jahres: „Ich wusste von Anfang an, dass ich nichts falsch gemacht habe.“ Sie sei „vom Kopf her erleichtert, aber von der Seele her nicht“.

So sieht alles danach aus, dass Delawar für die Veruntreuungen verantwortlich gewesen ist. Nach Informationen, die der Staatsanwaltschaft vorliegen, soll sich Delawar in Afghanistan in Haft befinden. „Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand deutet einiges darauf hin, dass er die fehlenden Projektgelder veruntreut hat“, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Dass ihr ehemaliger Projektleiter einen Mordauftrag gegen sie erteilt haben soll, hat Schnehage schon vor rund einem Jahr behauptet. Im August habe sie dies nun auch vom Auswärtigen Amt schriftlich bestätigt bekommen.

Trotz der Drohung war sie wieder nach Afghanistan gefahren – und will dies auch weiterhin tun. Mit Blick auf das Elend im Land und den aktuellen Medienrummel um prominenten Besuch aus Deutschland sagt sie: „Die afghanischen Menschen müssen im Mittelpunkt stehen.“

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