Krankenhaus Wittingen hat neue Abteilung für chronische Patienten eröffnet

Der Schmerz wird umzingelt

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Symbolfoto

Wittingen. Lindgrün gestrichene Flure, Entspannungsmusik aus einem CD-Player, dazu ein Schachbrett, das vertikal an der Wand hängt: Es sind untrügliche Zeichen dafür, dass in den ersten Stock des Wittinger Krankenhauses eine besondere Abteilung eingezogen ist.

Dort hat in dieser Woche die neue Schmerzklinik ihre Arbeit aufgenommen.

Sechs Patienten mit chronischen Schmerzen werden seit Montag in den Räumen der ehemaligen Geburtsstation ganzheitlich behandelt. „Multimediale Schmerztherapie“ nennt das Prof. Dr. Werner Tolksdorf, Ärztlicher Leiter der Schmerztherapie, im IK-Gespräch. Das bedeutet: Die Patienten werden nicht nur auf ärztliche Weise behandelt, sondern bekommen beispielsweise auch eine pflegerische, psychologische, physio- und ergotherapeutische Therapie. „Der Schmerz wird von den einzelnen Disziplinen umzingelt“, erklärt Tolksdorf.

Die Patienten hätten bereits viele ambulante Behandlungen durchlaufen, sagt Klinikums-Geschäftsführer Franz Caesar. „Hier ist der Gedanke, sie geballt unter allen Aspekten zu sehen und unter vielen therapeutischen Ansätzen zu behandeln.“

Über zwölf Tage – von Montag bis Freitag der darauffolgenden Woche – läuft jede Gruppe. Die nächste beginnt am 13. Mai. Das Ziel ist, jeweils acht chronische Schmerzpatienten aufzunehmen. Nur zum Start in dieser Woche sind es ausnahmsweise sechs. Altersbeschränkungen gibt es dabei nicht – es werden sowohl jüngere als auch ältere Patienten behandelt.

Sie wohnen in Doppelzimmern, zudem stehen ihnen mehrere Behandlungszimmer, ein Gemeinschaftsraum mit Fernseher, eine geräumige Küche und Gesellschaftsspiele zur Verfügung. Für diejenigen mit Rückenproblemen ist übrigens das ungewöhnliche Schachbrett an der Wand gedacht. Auf diesem lassen sich die Figuren bewegen, ohne dass man sich über das Brett bücken muss.

Von Bernd Schossadowski

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