Zaki zieht Sommerbilanz: August punktet immerhin bei der Wärme

Der Schlechteste seit 1987

Nicht November, sondern der 25. August 2011: Ein einsamer Baum steht im Nebel auf einem abgeernteten Feld bei Mannhagen. Foto: Boden

Isenhagener Land. Wunderbares Spätsommerwetter mit viel Sonnenschein und 27 bis 28 Grad erfreut uns am Wochenende. Sonntagabend nähern sich wie üblich aus Westen Schauer und Gewitter, die die Wärme zum Montag schon wieder vertreiben.

Frische Atlantikluft mit eingelagerten Wolken- und Regenbändern lässt die Tagestemperatur bis Mittwoch auf jahreszeitlich übliche 18 Grad abrutschen. Danach gibt es tatsächlich Signale für einen neuen Anlauf des Spätsommers. Ein massiver Warmluftvorstoß aus Südwesten könnte ihm den Weg zu uns bis zum kommenden Wochenende bahnen.

Dies entspräche auch dem normalen Witterungsmuster des Septembers: Im ersten Monatsdrittel spätsommerlich, um die Monatsmitte stürmisch, regnerisch und kühl und im letzten Drittel wieder ruhiger und wärmer. Für Herbsturlauber gut zu wissen: In der letzten Septemberwoche schaut gewöhnlich der Altweibersommer bei uns vorbei, mit ein paar sonnig-milden Tagen, aber schon kalten Nächten. Diese stimmungsvolle Zeit ist im Alpenraum länger sonnig und warm als in Norddeutschland.

Nach einem völlig verpatzten Juli konnte der August wenigstens bei der Wärme punkten. Das leichte Plus von bis zu 0,7 Grad im nordöstlichen Niedersachsen ging auf das Konto der warmen ersten und vor allem der drückend schwülen vierten Augustwoche. Letztere wurde am 26. August nach dem einzigen heißen Tag des Monats (über 30 Grad) durch eine Unwetterfront aus Westen mit einem Paukenschlag beendet.

Beim Durchzug der extrem scharf ausgeprägten Luftmassengrenze, die subtropische Heißluft östlich der Weser von polarer Kaltluft über Westniedersachsen trennte, kam es im Isenhagener Land zu einem Temperatursturz von 15 Grad. Eingeleitet wurde der Wettersturz in den Abend- und Nachtstunden von Schwergewittern mit Blitzfrequenzen wie in den Tropen, örtlichem Starkregen (Wetterstation Vorhop 35 Liter/Quadratmeter), lokalem Hagel und stürmischen Windböen.

Perfektes Badewetter blieb auch im August eher die Ausnahme, dagegen der Regenschirm ein fast ständiger Begleiter (Wittingen: 25 Niederschlagstage). Schlimm war die andauernde Feuchtigkeit vor allem für die auf gutes Erntewetter hoffende Landwirtschaft. Ursache des Übels war eine stabil feuchtmilde bis -warme Südwestströmung, in der von Frankreich und Benelux wiederholt Regen- und Gewitterstaffeln über uns hinweg zogen.

Dies erklärt auch die enorme Anzahl von acht bis zehn Gewittertagen, die fast der Hälfte des Jahressolls entsprachen (18 bis 20 Tage). Zwischen Aller und Elbe lagen die Niederschläge um ein Viertel bis zur Hälfte über dem Limit, im Raum Lüneburg nahe dem Doppelten. Viel Regen und 25 bis 35 Prozent zu wenig Sonne ließen deshalb so manche Freizeitplanungen platzen.

Die Sommerbilanz: Entgegen den Aussagen vieler Wetterdienste wie auch einschlägiger Wetterregeln und Statistiken ging der so genannte Sommer 2011 gelinde gesagt daneben. Dafür sorgten vor allem die rekordverdächtige Anzahl der Regentage und bis 20 Prozent zu wenig Sonne. Zusammengenommen erlebten wir damit den miesesten Sommer seit 1987.

Versöhnlich stimmen konnte nur die Sommerwärme, die im nordöstlichen Niedersachsen –gemessen am Klimamittel (1961 bis 1990) – ein leichtes Plus von maximal 0,8 Grad brachte. Wittingen meldete ein Sommermittel von 17,6 Grad (plus 0,8 Grad), 239 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (31 Prozent zu viel) und 553 Sonnenstunden (13 Prozent zu wenig).

Von Reinhard Zakrzewski

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