Rund 60 Personen sind ins Visier der Ermittler geraten

Schlag gegen Drogenszene im Nordkreis

Wittingen/Landkreis Gifhorn. Die Polizei Gifhorn hat der Drogenszene im Nordkreis offenbar einen schweren Schlag verpasst. Wie die Ordnungshüter in einer Pressemitteilung jetzt berichten, sind 60 Tatverdächtige in ihr Visier geraten.

Anfang des Jahres waren unter anderem Drogenfälle an der Oberschule in Wittingen bekannt geworden. Weiteres Ergebnis: Die Drogenszene auf dem Lande ist ähnlich gut organisiert wie in Großstädten, so die Polizei.

Nachdem vor gut einem Jahr ein 17-Jähriger als Dealer von der Polizei ermittelt wurde, sei dies der Auftakt für intensive Ermittlungen gewesen, um die Rauschgiftkriminalität im Gifhorner Nordkreis nachhaltig aufzuhellen. In 21 Fällen hätten die Rauschgiftfahnder seitdem Verfahren wegen des Handels mit Betäubungsmitteln eingeleitet. 33-mal sei wegen allgemeiner Verstöße, Erwerb und Besitz von Drogen ermittelt worden. Elfmal seien bei Verkehrskontollen Kraftfahrer unter Einfluss von Drogen erwischt worden. In drei Wohnungen hätten die Ermittler insgesamt 97 Cannabis-Pflanzen, die offensichtlich zur Herstellung von Marihuana illegal angebaut worden waren, „geerntet“. Bei Durchsuchungen gegen die Beschuldigten seien laut Kripo unter anderem 642 Gramm Marihuana, 353 Gramm Amphetamine, aber auch Ecstasy-Pillen und mehrere tausend Euro Geld aus Drogengeschäften sichergestellt worden. Bei den Hauptverdächtigen handele es sich um Jugendliche und Erwachsen aus dem Nordkreis, so die Gifhorner Polizei.

Die Verfahren richteten sich gegen insgesamt rund 60 Tatverdächtige und seien polizeilich weitestgehend abgeschlossen. Einzelne Beteiligte seien bereits verurteilt, andere seien angeklagt oder hätten ihre Anklage in nächster Zeit zu erwarten.

Den Rauschgiftermittlern des Zentralen Kriminaldienstes aus Gifhorn, die eng mit den Polizeidienststellen in Wittingen, Hankensbüttel und Wesendorf zusammenarbeiteten, sei es gelungen, Einblick in die Drogenszene im Gifhorner Nordkreis zu bekommen. Die Beamten stellten immer wieder fest, dass auch in den eher ländlich strukturierten Bereichen des Landkreises Gifhorn der Drogenhandel ähnlich floriere, wie es in Großstädten der Fall sei. Glücklicherweise seien in dieser Gegend die besonders gefährlichen Drogen, wie Crystal Meth und Crack, noch nicht verbreitet.

„Wer jetzt allerdings meint, die Polizei stelle ihre Recherchen im Nordkreis ein, befindet sich auf dem Holzweg! Zum einen sind noch weitere Verfahren anhängig, zum anderen werden wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, die BTM-Kriminalität ganzheitlich zu verfolgen“, resümiert Jürgen Schmidt, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes. Sowohl intensive Kontrollmaßnahmen im Straßenverkehr als auch weiterführende Ermittlungen sind bereits konkret geplant.

Rubriklistenbild: © dpa

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