ZGB schiebt Alternativkonzept an

Wittingen/Braunschweig - Von Holger Boden. Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) hat nun offiziell den politischen Auftrag, ein neues Konzept für den Schienenpersonennahverkehr zu entwickeln. Die Verbandsversammlung hat am Donnerstagnachmittag der ZGB-Verwaltung grünes Licht für die Entwicklung eines Alternativkonzeptes zur gescheiterten Regio-Stadtbahn gegeben.

Letztere wurde am Donnerstag endgültig „beerdigt“. In der offiziellen Diktion lautet der Auftrag der Politik, das nach 12 Jahren Planung aus Kostengründen gescheiterte Projekt „qualifiziert abzuschließen“.

Bei der Diskussionsveranstaltung zur Regio-Stadtbahn Anfang November in Düsseldorf hatten Vertreter betroffener Kommunen noch geltend gemacht, dass es geltende Verträge zu dem Projekt gebe und man es daher nicht einfach „einstampfen“ könne. ZGB-Direktor Hennig Brandes will den Gemeinden nun mitteilen, welche Konsequenzen das Scheitern der Planung im einzelnen hat. Er setzt darauf, die Gemeinden auch für das Alternativprojekt zu gewinnen: „Wir werden sie bei der Neuplanung intensiv einbinden.“

Die Zeit drängt: Schon im März 2011 müssen die Aufträge für die benötigten Züge raus, damit das Ziel eingehalten werden kann, dass zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 das verbesserte Angebot an den Start geht.

Brandes betonte auf IK-Nachfrage, dass auch die Strecken im Landkreis Gifhorn mit dem neuen Konzept modernisiert werden sollen. Bahnhöfe und Haltestellen sollen erneuert werden, geplant ist zudem eine Optimierung der Verknüpfung mit der Straße sowie dem Fernverkehr und anderen Regionalverkehren, etwa dem Metronom in Uelzen.

Laut Brandes wird man für die zusätzlichen Zugverkehre auch Begegnungsabschnitte bauen müssen. In Gifhorn könnte ein „Taktknoten“ entstehen, der, so Brandes, „kurze Übergänge in alle Richtungen“ ermöglicht.

Wie die Verbesserungen auf der Strecke Uelzen-Wittingen-Gifhorn genau aussehen, werden die Detailplanungen ergeben. Die Deutsche Bahn will Teilabschnitte ohnehin sanieren, die Strecke aber nicht ertüchtigen. Damit bliebe es für die Züge bei maximal Tempo 80. Für die Regio-Stadtbahn waren Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometer vorgesehen.

Der Chef der FDP-Fraktion beim ZGB, Adolf Bannier, sah gestern in dem Alternativkonzept „eine große Chance“ für den Nordkreis. Es sei „eine durchaus vertretbare und sinnvolle Alternative zu der nicht finanzierbaren Regio-Stadtbahn“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare