Auf Sauenfang im Kiekenbruch

Bernhard Grabengießer (2. v.l.) übergab sein Modell eines Saufangs an die Heimatgruppe im Knesebecker Heimat- und Kulturverein.

Knesebeck - Von André Pohlmann. In den Jahren unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg mussten selbst Jäger alle ihre Schusswaffen bei der Militärverwaltung der alliierten Siegermächte abliefern. Die Jagd konnten sie nicht mehr in gewohnter Weise ausüben, so dass sich das Wild auch in den Wäldern des Isenhagener Landes zu dieser Zeit beachtlich vermehrte, weiß Bernhard Grabengießer. Der heute 81-jährige Knesebecker war damals im Forst beschäftigt und erinnert sich lebhaft.

Dem Wildüberschuss stand eine durch die Flüchtlingsströme stark gewachsene Bevölkerung und gleichzeitig eine Knappheit an Lebensmitteln, insbesondere Fleisch, gegenüber. Findige Waidmänner ersannen deshalb andere Möglichkeiten, um sich das begehrte Wildbret anzueignen. Im Kiekenbruch, einem Waldgebiet südwestlich von Knesebeck, ließ der Revierförster im Jahr 1946 zu diesem Zweck einen so genannten Saufang errichten.

Grabengießer, der damals als junger Forstarbeiter dabei war, hat nun ein voll funktionsfähiges Modell der Falle, mit der damals vornehmlich Wildschweine gefangen wurden, im Maßstab 1:33 angefertigt. Das war für den an Parkinson Erkrankten keine leichte Aufgabe. Aufgrund seines Leidens kann er nicht länger als zwei Stunden am Stück arbeiten. Dennoch nahm er die Herausforderung gern an.

„Wenn ich bei der Arbeit an dem Modell war, war ich der glücklichste Mensch“, sagt Grabengießer. Menschen, die von der selben Krankheit betroffen sind, möchte er Mut machen: „Man muss so etwas annehmen und sich beschäftigen. Das nimmt einem die Schmerzen und bringt einem Gutes.“

Nachdem er das Modell fertiggestellt hat, übergab er es kürzlich in die Obhut des Heimat- und Kulturvereins Knesebeck. Hermann Heinecke, Otto Haber, Joachim Schulze und Matthias Rode, die sich in der Heimatgruppe des Verein für die Bewahrung der Historie des Ortes und seiner Umgebung widmen, freuten sich über die Gabe und dankten dem Modellbauer für seine Arbeit. Der Saufang wird künftig die Ausstellung im Haus der Landschaft bereichern. Interessierte haben erstmals am Sonntag, 20. Juni, die Möglichkeit, das Modell in Augenschein zu nehmen. An diesem Tag ist das Haus der Landschaft von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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