Für Sanitärräume der gelben Realschul-Halle in Wittingen sollen Alternativen geprüft werden

Sanierung oder Neubau?

Der Sanitärbereich der „gelben“ Sporthalle muss dringend saniert werden. Nach Ansicht eines Ingenieurbüros sind ein neues Frischwassersystem, neue Abläufe für die Duschen, durchgehend modernere Toiletten, Waschbecken und Spülkästen notwendig. Foto: Jung

Wittingen. Bevor die Sanitäranlagen der „gelben“ Sporthalle der Wittinger Realschule saniert werden, sollen Alternativen geprüft werden – auch ein kompletter Neubau dieser Räume an anderer Stelle.

Das empfiehlt der Bauausschuss, der das seit Jahren schwelende Thema am Mittwochabend auf der Agenda hatte.

Thomas Sternagel vom Braunschweiger Ingenieurbüro Meyer skizzierte den Stadtpolitikern, was aus seiner Sicht alles nötig ist, wenn die Sanitärräume in einen vernünftigen Zustand versetzt werden sollen: ein komplett neues Frischwassersystem, neue Abläufe für die Duschen, durchgehend neue Toiletten, Waschbecken und Spülkästen, neue Dämmung, eine völlig neue Be- und Entlüftung der Duschräume. Diese läuft bisher lediglich über das Öffnen der Oberlichter. „Das“, so Sternagel, „hat noch nie dem Stand der Technik entsprochen.“

Selbst für die Heiztechnik schlägt der Diplom-Ingenieur eine Erneuerung vor, inklusive Einbau von Wärmerückgewinnung. „Wir machen quasi Neubau“, war sein Fazit nach der Darstellung des Handlungsbedarfs.

Dass das Ganze rund 500 000 Euro kosten soll, behagte den Mitgliedern des Bauausschusses freilich nicht. Mancher witterte gar zusätzliche Mehrkosten, „wenn man erst mal angefangen hat“. In der Tat ist offen, wie viel Luft bei dieser ersten Kostenschätzung, die auf Voruntersuchungen basiert, noch nach oben und unten ist.

Doch während es einigen Ausschussmitgliedern vor allem um die Frage nach Einsparpotenzialen ging, fand Hans-Jürgen Schindler (SPD) das den „falschen Ansatz“: Das Problem sei „jahrzehntealt“, und es könne „mit Schimmel und Pilzbefall so nicht weitergehen“.

Uwe Hoppmann (CDU) warf allerdings die Frage auf, ob man bei derart hohen Kosten nicht auch gleich über einen echten Neubau an anderer Stelle neben der Sporthalle nachdenken könne – mit einer Hülle, die den Anforderungen vielleicht besser entgegenkomme als das bestehende Gebäude. Dem Wunsch, diese Option prüfen zu lassen, schloss sich der Ausschuss an. Dafür soll nun ein Planungsbüro eingeschaltet werden. „Nur eine Variante zu haben, ist bei einem Volumen von 500 000 Euro ein bisschen wenig“, befand auch der Ausschussvorsitzende Hans-Heinrich Koch (SPD).

Die alten Räume könne man ja entkernen und umnutzen hieß es. Kosten dafür müssten in das Gesamtprojekt allerdings auch noch einkalkuliert werden.

Von Holger Boden

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