Was die Pläne beinhalten

Sanfter Tourismus am Grünen Band: „Glamping“-Angebot in Rade

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Christian Schroeder im Grill-Pavillon, der zu dem Resthof gehört und erhalten bleiben soll.

Rade – Die Idee kam Christian Schroeder schon vor rund zehn Jahren, als er bei einem Besuch in der Rhön ein Schäferwagenhotel mit Streuobstwiese kennenlernte. Nun will der Radener mit solch einem Angebot auch den Tourismus im Wittinger Stadtgebiet beleben.

Die Streuobstwiese gibt es schon seit ein paar Jahren – Schäferwagen und Holzhütten sollen folgen, und Rade soll damit auf die „Glamping“-Landkarte rücken.

„Man übernachtet quasi in einem einzeln stehenden Hotelzimmer“, erläutert Schroeder das Konzept seines Vorhabens, für das es kürzlich grünes Licht von der lokalen Leader-Aktionsgruppe (LAG) im Nordkreis gab (das IK berichtete). Damit können für das Projekt Fördergelder beantragt werden.

Schroeder ist optimistisch, dass das neue Angebot mehrere Marktlücken bedienen kann: Seine Familie führt die Radener Deele und bei größeren Feiern kommen oft Fragen nach Übernachtungen, doch es fehlt an Zimmern. „Wir müssen die Leute dann immer weiterschicken.“ Zudem will Schroeder auf den Tourismus am „Grünen Band“ setzen – ein bislang zartes Pflänzchen, das in der Branche als künftiges Highlight in der Region gehandelt wird.

Damit zielt das „Glamping“-Konzept – Camping mit einem hohen Niveau an Komfort – vor allem auch auf Radwanderer und Rucksacktouristen. Bislang werden diese auf der Suche nach einem Campingplatz nur im 16 Kilometer entfernten Bad Bodenteich fündig. Mit dem Auto darf man freilich auch anreisen, doch für Schroeder liegt die Betonung auf „sanftem Tourismus“ – was unter anderem auch beinhaltet, dass kein lärmiges Freizeitgelände entstehen soll.

Auf dem 4600 Quadratmeter großen Gelände eines Resthofes, unweit der Radener Deele gelegen, sollen ganzjährig nutzbare Schäferwagen und Hütten für jeweils 2 bis 4 Personen aufgebaut werden, Schroeder plant mit insgesamt 20 Betten. Zusätzliche Camping-Möglichkeiten für Wohnwagen oder Zelte sind nicht geplant. Das Areal bekommt ein Sanitärgebäude und verfügt schon jetzt über einen Grill-Pavillon. Das Fachwerk-Ambiente will Schroeder erhalten, der Resthof wird nicht abgerissen.

Ein erhoffter Nebeneffekt, der auch die Förderbehörden überzeugen soll: Mit dem neuen „Glamping“-Angebot könnte die Verweildauer von Gästen im Isenhagener Land erhöht werden, so dass auch touristische Angebote abseits des unmittelbaren Grünen Bandes – also etwa das Otter-Zentrum – profitieren können. Für Rade selbst wird ein Leerstand des Resthofes vermieden.

Schroeder fühlt sich in seinen Plänen vom Wittinger Rathaus wie auch von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Gifhorn gut unterstützt: „Das macht Mut.“ Wenn alles klappt, und die Förder- und Genehmigungsverfahren wie erhofft verlaufen, dann sollen Mitte 2021 die ersten Gäste in einem Schäferwagen in Rade übernachten.

VON HOLGER BODEN

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