Suderwittingen/Stöcken: Hubschrauber könnten Wind-Pläne einschränken

Rotoren contra Rotoren

Neue Windräder bei Wittingen könnten Hubschrauberflüge der Bundeswehr (im Bild ein ziviler Helikopter) stören.
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Neue Windräder bei Wittingen könnten Hubschrauberflüge der Bundeswehr (im Bild ein ziviler Helikopter) stören.

Suderwittingen/Stöcken – Normalerweise sind die Vorkommen von Rotmilanen oder Fledermäusen Aspekte, die einem Windpark im Wege stehen können.

Unter den sechs potenziellen neuen Standorten für Windräder im Wittinger Stadtgebiet sind derweil zwei, die Probleme durch ganz andere „Vögel“ bekommen könnten: Bei Suderwittingen und Stöcken stehen möglicherweise militärische Flugobjekte den Planungen für eine Erweiterung der Windparks entgegen.

„Die Potenzialfläche wird von einer Nachttiefflugstrecke für Hubschrauber der Bundeswehr berührt. Die Bundeswehr behält sich vor, im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren Einwendungen geltend zu machen. Dies könnte unter Umständen die Nutzbarkeit der Potenzialfläche einschränken.“ Dieser Satz steht in den Gebietsblättern, die der Regionalverband Großraum Braunschweig zu den beiden Windpark-Vorhaben veröffentlicht hat.

Was genau unter einer „Einschränkung der Nutzbarkeit“ zu verstehen sein wird, ist noch offen. Beim immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren (BImsch-Verfahren) geht es letztlich um das Verfahren, das beim Landkreis Gifhorn geführt wird, und an dessen Ende die Baugenehmigung für einen Windpark steht. Oder eben auch nicht.

Auch Wittingens Stadtbürgermeister Andreas Ritter kann bisher nicht sagen, ob die Hubschrauber ein K.-O.-Argument sein könnten, oder ob lediglich eine Höhenbegrenzung dabei herauskommen wird. Bei Stöcken sind im Norden Wittingens beispielsweise Anlagen mit 247 Metern Gesamthöhe geplant. Für die Braunschweiger Behörde waren die Tiefflüge bei der Abwägung offenkundig zumindest kein Ausschlusskriterium.

Die Projektierer hatten kürzlich in einem Schreiben an die Stadt Wittingen deutlich gemacht, dass Suderwittingen und Stöcken zu den Standorten gehören, für die erst 2021 mit einem Abschluss des BImsch-Verfahrens zu rechnen sei (das IK berichtete).

Das gilt auch für den geplanten Windpark Teschendorf. Dort gibt es keine Einwände der Bundeswehr, laut Ritter könnte aber eine Richtfunkstrecke zu Problemen führen. Und eventuell zu einer Verringerung der Anlagenhöhe. (VON HOLGER BODEN)

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