Ohrdorfer Mühle feiert Jubiläum: Programm und Aktionen am 5. Juni

Rotierende Räder seit 150 Jahren

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Abenddämmerung: Die Ohrdorfer Mühle im Licht der untergehenden Sonne.

Ohrdorf. Die Ohrdorfer Mühle kann in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag verbuchen. Zur Feier dieses historischen Ereignisses wird den Besuchern der Ohrdorfer Mühle am Pfingstmontag, 5. Juni, pünktlich zum Deutschen Mühlentag der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen.

Von 10 bis 18 Uhr wird ein vielfältiges Programm geboten. Neben Führungen durch das Räderwerk finden auch Vorführungen vom Weizenmahlstuhl und den Schrotmühlen statt. Außerdem wird das Aufsegeln der Windmühle gezeigt, sowie bei geeignetem Wind das Drehen der Flügel. Für die Kleinen werden unterschiedliche Spiele angeboten.

Eine Reise in die Vergangenheit: Die Mühle kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Der Mühlensachverständige Rüdiger Hagen hat sich mit der Geschichte der Ohrdorfer Mühle auseinandergesetzt: Er schildert die Vorgeschichte zum Bau der Mühle als geprägt von den Änderungen im Land Hannover. Denn als das Kurfürstentum und Königreich Hannover nach einer Niederlage 1866 im sogenannten „Deutschen Krieg“ von Preußen annektiert wurde, entfielen alle alten Bestimmungen zum Bau neuer Mühlen. In 1867 wurde dann ein Bericht des Vollhöfners Krüger zur Erbauung einer Kornwindmühle vor Ohrdorf vorgelegt und bereits am 2. Mai entschloss die Königlich Preußische General Gouvernements-Verwaltung zu Hannover von allen Widersprüchen gegen den Bau abzusehen. Damit war der Bau der Mühle von höchster Stelle genehmigt worden. Krüger beauftragte noch im selben Jahr den Mühlenbaumeister C. Dettmer aus Steimke mit der Planung.

Bei der Montage: Hier wird an den Flügeln der Ohrdorfer Mühle gearbeitet.

Die geplante Mühle war als kombinierte Getreide- und Ölmühle vorgesehen. Die Mühle wurde aus Ziegelsteinen gemauert. Ihr Aufbau ist nach der Art eines sogenannten „Turmholländers“ mit bootsförmiger Kappe, Segelflügeln und Stertvordrehung.

Ein altes Luftbild zeigt das historische Ohrdorfer Gebäude von oben.

Um 1900 erhielt die Mühle als Modernisierungs-Maßnahme eine Windrose zum automatischen Vorwinddrehen der Kappe. Diese Windrose war nicht wie damals üblich als einfaches, achtflügeliges Windrad ausgeführt, sondern bestand aus zwei Windrädern mit jeweils vier Flügeln. Neben der Mühle wurde außerdem ein Verbrennungsmotor aufgestellt, der die Mühle bei Windmangel antrieb. Dieser ist kurz nach dem ersten Weltkrieg durch einen Elektromotor ersetzt worden. Die Mühle war in dieser Zeit mit einem Mahlgang, einem Schrotgang, einem Walzenstuhl und den zugehörigen Mehlsicht- und Getreidereinigungsmaschinen ausgestattet.

1956 erfolgte während des großen Mühlensterbens die Stilllegung des Ohrdorfer Betriebes. 1964 wurde die Mühle dann verkauft und kurz darauf erfolgte ein Umbau zu Wohnzwecken. Dabei sind das äußere Erscheinungsbild der Mühle und sogar ein Teil der Mühlentechnik bis heute erhalten geblieben.

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