Mit Sorgfalt an die Spitze

Rohrleitungsbauerin Johanna Köllner hat bundesweit den besten Abschluss

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Johanna Köllner, hier bei der IHK-Landesbestenehrung im September in Gifhorn, strebt im dualen Studium einen Master als Bauingenieurin an.

Radenbeck/Wentorf. Die beste Nachwuchs-Rohrleitungsbauerin Deutschlands kommt aus Radenbeck. Oder aus Wentorf, je nachdem, wie man es sehen möchte.

Denn dort wohnt Johanna Köllner, die ihre Ausbildung bei der Radenbecker Firma Wiesensee als bundesweit Beste ihres Berufs abgeschlossen hat (das IK berichtete). Am Montag nun wird sie in einer IHK-Feierstunde in Berlin ausgezeichnet.

„Ich war schon als Kind handwerklich interessiert“, sagt die 22-Jährige, die vor ein paar Jahren als Praktikantin zu dem Radenbecker Bauunternehmen kam. Dabei fiel sie durch ihr Engagement auf – so dass Geschäftsführer Markus Wiesensee-Bammel ihr ein Duales Studium anbot. Der schätzt den selbst ausgebildeten Führungs-Nachwuchs: „Das hat sich für uns bewährt, weil die Absolventen durch die integrierte handwerkliche Ausbildung einen großen Wissensvorsprung gegenüber Absolventen mit nur geringer Baustellenerfahrung haben.“ Das Unternehmen stellt jährlich Bewerber für ein Duales Studium ein.

In der Berufsschule war Johanna Köllner praktisch allein unter Männern. Ihr Chef staunt, dass sie nun auf Bundesebene besser ist als die gesamte männliche Konkurrenz. Rund 120 Kollegen waren es in ihrem Jahrgang allein in Niedersachsen. Fragt man die 22-Jährige nach dem Geheimnis ihres Erfolges, dann sagt sie: „Man muss halt sorgfältig arbeiten.“

Denn wenn Rohre für Wasser und Gas verlegt werden, ist Präzision gefragt: „Wenn man die einzelnen Teile verbindet, muss man alle Schrauben gleichmäßig anziehen, damit die Rohre dicht halten“, sagt Johanna Köllner. Ihr ist wichtig, ihren Beruf von der Pike auf gelernt zu haben, inklusive Schweißen. Ihr Ziel, das sie jetzt mit einem Studium in Suderburg vorantreibt: Bauingenieurin werden. Der Tatsache, dass es da auf dem Bau manchmal noch Skepsis von männlichen Kollegen gibt, will sie mit Fachkompetenz entgegentreten.

Ihre Vorgesetzten muss sie nicht mehr überzeugen. Tristan Majehrke, bei Wiesensee Ausbilder für die Dualen Studenten, hält große Stücke auf die Fähigkeiten der 22-Jährigen. Und Markus Wiesensee-Bammel, der den Studenten des Unternehmens (derzeit vier) ein monatliches Stipendium zahlt, freut sich, dass Johanna Köllner in den Semesterferien dem Betrieb zur Verfügung steht. „In den höheren Semestern wird sie auch schon kleinere Projekte selbstständig bearbeiten, um sie an ihre späteren Aufgaben heranzuführen.“ Im Frühjahr 2021 will die angehende Bauingenieurin ihren Bachelor-Abschluss machen, danach strebt sie den Master-Abschluss an.

Von Holger Boden

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