Christian Schroeder aus Rade freut sich auf Abenteuer / Tour startet am 1. Januar 2013 in Jaisalmer

Mit der Rikscha durch ganz Indien

Mit der Rikscha durch Indien: Das nimmt sich ein vierköpfiges deutsches Team vor. Ihr Weg führt sie von Jaisalmer nach Cochin im Süden Indiens. Auf ihrem Weg kommen sie vielleicht an Pune in der Maharashtra vorbei. Fotos: Scholz

Wittingen. Staubige Luft, Chaos auf den Straßen und lautes Gehupe: Das erwartet nun eine deutsche vierköpfige Truppe beim „Rikshaw-Run“ quer durch Indien. 96 Teams aus der ganzen Welt nehmen an diesem Abenteuer teil.

Das einzige deutsche Team hat es sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, die 3500 Kilometer mit der kleinen, sieben PS starken Rikscha zurückzulegen.

„Alles hat mit einer Radiosendung über Motorradtouren angefangen. Plötzlich ist man ein Team namens ,Wheel of India’ und erklärt sich bereit, quer durch Indien zu fahren“, erzählt das Teammitglied Christian Schroeder aus Rade, der eine Sendung bei Radio ZuSa moderiert. Zwei Hörerinnen fragten ihn daraufhin, ob er Interesse habe, mit ihnen am „Rikshaw-Run“ teilzunehmen. Zwei Männer, zwei Frauen und eine Rikscha: „Ich weiß noch gar nicht, was uns erwartet. Ich bin dann das erste Mal in Indien. Das wird sicherlich ein Kulturschock“, verrät Schroeder.

Am 27. Dezember beginnt die große Reise mit dem Flugzeug von Frankfurt am Main in Richtung Delhi. Von dort aus geht es zum Startort nach Jaisalmer. Der Startschuss fällt am 1. Januar 2013. 96 Rikschas suchen dann auf den weiten Straßen Indiens ihren Weg nach Cochin im Süden des Subkontinents. Was dazwischen liegt? „Wir wissen noch gar nicht, wo wir nachts unterkommen. Wir rechnen mit allem. Reifenpannen, mechanische Fehler oder Insekten“, schmunzelt Schroeder. Doch er habe keine Angst. Das gehöre schließlich zum Spaß dazu, wenn man die fremde Kultur kennenlernen und Indien bereisen möchte. „Ich hoffe nur, dass die Hupe funktioniert“, scherzt das Teammitglied. Und die ist in Indien nicht wegzudenken, denn sie ist Signal und somit Schutz für Fahrer und Verkehrsteilnehmer zugleich. Autos, Lastwagen, Fahrräder, Rikschas, Fußgänger und Kühe liefern sich im Straßenverkehr ein heißes Wettrennen. „Wir müssen sehen, dass die Rikscha durchhält“, macht sich Schroeder Gedanken. Das sollte er auch im Hinblick auf den Fahrerwechsel, denn sich dem indischen Fahrstil anzugleichen, ist nicht immer einfach.

„Auf direktem Wege sind es um die 2400 Kilometer. Realistisch dagegen sind um die 3500. Wir müssen eben auch einen Weg wählen, die die Rikscha schafft und es somit allen gut geht“, erläutert Schroeder die Strategie. „Man kann das zwar alles nicht planen, aber ich habe keine Angst. Wichtig ist, dass wir vor dem Einbruch der Dunkelheit ein Quartier finden“, fährt er im IK-Gespräch fort.

Nicht zu unterschätzen seien auch die Folgen für den Körper: „Die Umstellung von Wüste auf feuchte Gegenden stelle ich mir schwer vor. Es wird sicherlich eine körperliche Anstrengung. Vielleicht werden wir auch nicht immer ausreichend Schlaf bekommen. Das birgt gesundheitliche Folgen“, weiß der zukünftige Fahrer der Rikscha. Doch Vorbereitungen werden getroffen. Die Impfung ist schon erledigt.

Eines ist gewiss: Es wird ein Abenteuer werden. „Es geht am 1. Januar los, geplantes Ende ist am 14. Januar. Aber das werden wir wahrscheinlich gar nicht schaffen. Wir geben trotzdem unser Bestes“, sagt Schroeder. Er verlässt sich auf seine drei weiteren Teammitglieder: „Jörg Aldag wird auch zum ersten Mal in Indien sein, aber Edith Schiele vom Reiseveranstalter ,Wheel of India‘ sowie Bärbel Bischoff sind ausgesprochene Indien-Kennerinnen.“

Das Ziel ist es nicht nur, die Kilometer zu bewältigen und so Indien zu durchqueren, sondern auch Spenden für einen wohltätigen Zweck zu sammeln. „FRANK Water ist eine kleine Charity-Organisation, die es sich zur Aufgabe macht, Projekte zur Wasseraufbereitung zu finanzieren und zu organisieren“, erklärt Schroeder und hofft, dass er und seine Teamkollegen noch Geld sammeln können, um eine kleinen Beitrag zu leisten.

Die Privatbrauerei Wittingen machte den Anfang und spendierte dem Team Trikots. Interessierte können sich im Internet über mögliche Spenden unter www.theadventurists.com/wheel-of-india informieren und dort auch die aktuelle Position beim Rennen mit der Rikscha sehen. „Es wird einen Live-Ticker geben. So sind auch alle informiert, wo wir gerade mit unserer Rikscha stecken, und dass es uns noch gibt.“

Von Maike Scholz

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