Die Wittingerin Irmy Vetter berichtet in einem Buch über ihre Zeiten auf Bali

Vom Rhythmus der lustigen Rente

Irmy Vetter präsentiert ihr Buch „Bin auf Bali“.
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Irmy Vetter präsentiert ihr Buch „Bin auf Bali“.

Wittingen – Am Anfang stand ein Super-8-Film, vielleicht waren es noch die Siebziger, vielleicht schon die Achtziger. „Es ist jedenfalls lange her“, sagt Irmy Vetter. Eine Freundin zeigte ihr damals bewegte Bilder aus Bali.

„Seitdem war die Insel in meinem Kopf, ich musste da irgendwann mal hin“, erzählt die Wittingerin. Als Rentnerin erfüllte sie sich den Traum, die indonesische Insel wurde sogar so etwas wie ihre zweite Heimat. Nun hat die 88-Jährige ein Buch darüber geschrieben.

Vetter hatte nie das Ziel, den umfassenden Bali-Reiseführer oder große Reiseliteratur zu Papier zu bringen. Was sie nun mit „Bin auf Bali ... mal wieder“ im Calluna-Verlag veröffentlicht hat, basiert auf ihren Tagebuch-Aufzeichnungen. Und die erzählen vom Rhythmus eines Lebens, von dem viele träumen. „Ich war 23 Jahre lang für sechs Monate auf Bali und für sechs Monate zu Hause“, berichtet die Wittingerin. Seit 2017 hat sie pro Jahr „nur“ zwei Monate auf der Insel verbracht.

Zuerst wollte Vetter ihr Buch „25 Jahre lustige Rente“ nennen. Eine Zeit, in der sie außerdem oft in Österreich, auf den Malediven oder in Kanada gewesen ist. Da drängt sich natürlich die Frage auf: Wie bezahlt man als Rentner diesen Lebensstil?

„Ich habe nur eine kleine Rente“, sagt die 88-Jährige. „Aber auf Bali kann man davon leben.“ Und das mit den Reisen in die anderen Länder habe nur funktioniert, weil sie auf ihren Reisen Freunde von dort kennengelernt hat, die sie besuchen konnte.

Ende 1991, mit 60 Jahren, ging Vetter in Rente. In den 50er Jahren hatte sie den Beruf der Schneiderin gelernt, dann arbeitete sie 39 Jahre beim Hankensbütteler Textilhaus Gille, das von ihren Großeltern gegründet worden war. Das Geschäft schloss 1992 seine Türen.

Familiäre Verpflichtungen hatte die frischgebackene Rentnerin nicht. „Ich bin seit 30 Jahren allein, aber nicht einsam“, sagt Vetter. Mit einer Freundin ging es Anfang 1992 gen Australien. 1994 dann zum ersten Mal Bali. „Ich habe mich in die Insel verliebt“, sagt Vetter.

Der Leser ihres Buches, das im Nordkreis im örtlichen Buchhandel erhältlich ist, erfährt viel über ihre Reisen, ihre Freundschaften, ihre Erlebnisse. Auch über die Phasen in Hankensbüttel und Wittingen, auf die die Rentnerin sich nach eigenem Bekunden „immer wieder gefreut“ hat. Sie sieht die Veröffentlichung auch „als Dankeschön an alle, die ich kennenlernen durfte“.

Überhaupt sei Dankbarkeit etwas, das sie beim Schreiben sehr stark empfunden habe. Und das gelte auch für ein weiteres Buchprojekt, mit dem sie sich schon länger beschäftigt: „Ich habe in den 90er Jahren angefangen, über mein Leben zu schreiben. Dabei habe ich mich viel an meine Kindheit erinnert. Man durchlebt dann alles noch einmal, das macht sehr dankbar.“ Das Buch soll nächstes Jahr herauskommen.

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