Wenig Laufkundschaft und Überversorgung mit Lebensmittelläden in Wittingen sind große Hürden

Rettung des Supermarktes ist vage

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Der ehemalige Konfektionsladen Tietjen steht bereits länger leer. Ende des Jahres könnte in dem Gebäudekomplex an der Junkerstraße auch das Edeka-Geschäft ein Leerstand sein.

Wittingen. Man wolle kurzfristig das Gespräch mit Edeka-markt-Betreiber Michael Genz suchen, kündigte CDU-Ratsherr Uwe Hoppmann an. Heute tage die Ratsfraktion, da werde die Supermarktschließung in der Wittinger Innenstadt Thema sein. Man wolle die Initiative ergreifen.

„Der Edeka-Konzern ist noch nicht an die Stadt herangetreten und hat signalisiert, dass der Standort an der Junkerstraße in Schwierigkeiten sei“, so Hoppmann. Man wolle auf alle Fälle mit allen Akteuren reden und schauen, ob nicht doch eine Möglichkeit zum Erhalt des Geschäfts gefunden werden kann, so Hoppmann.

Genz hatte unlängst angekündigt, seinen Laden am 31. Dezember letztmals zu öffnen. Die Umsätze seien nicht mehr auskömmlich. Es fehle die Laufkundschaft, klagte der Kaufmann. 20 Mitarbeiter sind vom Rückzug betroffen.

Obwohl sowohl Hoppmann als auch Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann (SPD) signalisieren, die Schließung nicht einfach so hinnehmen zu wollen, scheinen die Erfolgsaussichten einer Rettung aktuell eher vage. In einer Standort-Analyse sei der Edeka-Konzern zu dem Schluss gekommen, dass eine Besserung der Umsatzsituation für den Laden an der Junkerstraße nicht in Sicht sei. Zu wenig Kundenfrequenz attestierte die Edeka-Zentrale dem Markt von Michael Genz.

„Das Einkaufsverhalten hat sich eben verändert“, sagt Hoppmann. Den Einzelhandel aus den 80er oder 90er Jahren könne man nicht mehr mit dem von heute vergleichen. Die Menschen kauften dort ein, wo sie alles bekämen. Stichwort: grüne Wiese. Als die Stadt den Bau der Einkaufszentren an der Celler und der Knesebecker Straße genehmigt habe, sei ihr gutachterlich mitgeteilt worden, dass für Lebensmittelhandel in der Innenstadt genug Kaufkraft übrig bleibe, so Hoppmann.

Wittingen sei mit Lebensmittlern überversorgt, sagt HGV-Vize Matthias Rönneberg. Er glaubt nicht, dass die Schließung des Edeka-Marktes einen Domino-Effekt auslösen könnte. „Die Geschäfte sind gut aufgestellt.“ Allerdings: In den kommenden Jahren stünde bei einigen Händlern eine Betriebsnachfolge an – oder eben nicht.

Von Jens Schopp

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