So hat Wittingen gewählt: CDU und SPD über Bundesniveau, AfD darunter

Refugium für Volksparteien

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Die Grafik zeigt die Zweitstimmen-Verteilung in der Stadt Wittingen: CDU und SPD liegen hier deutlich über ihren bundesweiten Ergebnissen, die kleineren Parteien schneiden schwächer ab als im Bund.

Wittingen. Ginge es allein nach den Wählern der Stadt Wittingen, dann wären die beiden Volksparteien deutlich stärker im neuen Bundestag vertreten: Die CDU kommt bei der Wahl vom Sonntag auf fast 39 Prozent der Zweitstimmen, die SPD auf fast 30 Prozent.

Mit 8,57 Prozent bleibt die AfD in Wittingen deutlich unter Bundesniveau.

Mit 76,75 Prozent Wahlbeteiligung haben die Wittinger ihre bei Kommunalwahlen zuletzt zu beobachtende Wahlmüdigkeit vergessen lassen und zu einem erfreulich aussagekräftigen Ergebnis beigetragen. 9107 Wahlberechtigte gibt es im Stadtgebiet, 6990 von ihnen gingen am Sonntag ins Wahllokal. 64 Stimmen – nicht ganz 1 Prozent – waren ungültig.

Bei der Erststimmen-Vergabe liegen die Wittinger voll im Trend des gesamten Wahlkreises Gifhorn-Peine: Die CDU-Kandidatin Ingrid Pahlmann holte im Stadtgebiet mit 42,20 Prozent der Stimmen die einfache Mehrheit, ihr SPD-Konkurrent Hubertus Heil kam hier nur auf 35,33 Prozent. Stärkster Mitbewerber der anderen sechs Kandidaten war Rupert Ostrowski (AfD) mit 7,98 Prozent. Für ihn haben 553 Wittinger votiert.

Hochburg für Pahlmann war Lüben mit 72,73 Prozent. Ihre schwächsten Wahlbezirke sind Wittingen I und II mit jeweils 32,97 Prozent – was immer noch auf Höhe des Bundesergebnisses ihrer Partei liegt.

Heil erreichte sein stärkstes Ergebnis im Stadtgebiet im Wahlbezirk Knesebeck-Nord mit 43,36 Prozent. Nichts zu holen gab es für den SPD-Mann dagegen in Darrigsdorf/Wollerstorf, wo nur 16,79 Prozent der Wähler für den Peiner votierten.

Ein Kuriosum gab es in Boitzenhagen. Die Wahlberechtigten dort haben sich zu jeweils genau 33,33 Prozent für die Direktkandidaten von CDU, SPD und Grünen entschieden.

In Glüsingen erzielte die AfD ihr bestes Zweitstimmen-Resultat: 13,33 Prozent liegen auf Bundes-Niveau. Die FDP schaffte in Lüben 16,36 Prozent und damit ein für die Liberalen weit überdurchschnittliches Ergebnis. Für die Grünen war neben dem Boitzenhagener Erststimmen-Ausreißer auch Rade ein gutes Pflaster: 12,9 Prozent der Zweitstimmen gingen dort an die Öko-Partei. Die Linke, die im städtischen Durchschnitt knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert, kommt im Wahlbezirk Wittingen III – das ist der Wittinger Süden – mit 9,52 Prozent auf ihr bestes Ergebnis.

Kleine Randnotiz: Bei den Piraten, vor einigen Jahren noch zum neuen Polit-Phänomen hochgejazzt, haben gerade einmal 25 Wittinger ihr Kreuz gemacht, das sind 0,36 Prozent. Da ist die Satire-Partei „Die Partei“ mit 42 Stimmen noch erfolgreicher.

Von Holger Boden

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