Unbekannte legen bei Nach-und-Nebel-Aktion Kranz in Wittingen nieder / Polizei sieht keine Gefahr

Rechte Gruppe in Wittingen?

Unbekannte, die vermutlich der rechten Szene zugeordnet werden können, legten einen Kranz am Wittinger Ehrenmal ab.
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Unbekannte, die vermutlich der rechten Szene zugeordnet werden können, legten einen Kranz am Wittinger Ehrenmal ab.

dt Wittingen. Kränze niederlegen am Volkstrauertag – eine übliche Handlung. In Wittingen aber hat eine scheinbar rechte Gruppe dies in einer Nacht-und-Nebel-Aktion getan.

In Wittingen wurde wie überall im Isenhagener Land der Volkstrauertag begangen. In einer Gedenkfeier trat etwa die Schützengesellschaft der Stadt in Uniform und mit Fahnen an. Auch die Freiwillige Feuerwehr kam mit ihrer Fahne an das Ehrenmal und stellte Fackelträger auf. Gemeinsam hörte man eine Predigt, Blechbläser sowie Chor sorgten für die passende Atmosphäre und Kränze wurden niedergelegt.

Doch wer heute den Wittinger Ehrenhain besucht, findet dort nicht nur Kränze von Wittinger Vereinen, der Stadt oder dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Einer hat keine Schleife, keine Aufschrift. Dieser wurde vermutlich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von mehreren Unbekannten niedergelegt.

Im Internet findet sich ein Bild von 13 dunkel gekleideten Personen. Einige halten Fackeln, zwei knien vor dem Sockel des Kreuzes des Wittinger Kriegsdenkmals. Ihre Gesichter sind hinter Totenköpfen versteckt. Daneben der Text „Heldengedenken in Gifhorn!“. Die Gruppe, die das Bild veröffentlichte, steht vermutlich in einem engen Verhältnis mit einer rechtsradikalen Gruppierung aus Braunschweig.

Daher untersuchte die Polizei den Kranz. „Die Wittinger Kollegen konnten aber keine Beschriftung finden“, berichtet Thomas Reuter, Sprecher der Polizeiinspektion Gifhorn. Die auf dem Internetbild noch zu sehende schwarz-weiß-rote Schleife fehlt. „Ohne verbotene Texte oder Symbole hat das keine strafrechtliche Konsequenz“, weiß Reuter. Es ist nicht verboten, einen Kranz niederzulegen.

Einen Hinweis auf eine größere, organisierte Gruppe schließt Reuter aus. „Das waren ein paar verblendete Spinner“, sagt er, „ich sehe da keinen Grund zur Beunruhigung.“

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