Interessengemeinschaft will bessere Verbindungen bei Wittingen

Radfahrer wühlen sich durch Heidesand

Bei Schneflingen sind die Radwegverbindungen ausbaufähig.
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Wirtschaftsweg geht in Sandpiste über: Peter Lindwor am Wiswedeler Weg bei Schneflingen.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Schneflingen – Mit einem „Wunschkonzept“, das unter anderem einen 23 Kilometer langen Rundkurs vorsieht, will die Interessengemeinschaft Pro Radweg attraktivere Voraussetzungen für Fahrradfahrer im südöstlichen Teil des Wittinger Stadtgebiets schaffen. Der Sprecher des informellen Bündnisses, der Schneflinger Peter Lindwor, sieht großes Potenzial darin, durch ein paar gezielte Lückenschlüsse interessante Verbindungen zu erschließen.

Dabei geht es gar nicht mal nur um explizite Radwege an Straßen. „Irgendwo fehlt immer ein Stück“, meint Lindwor mit Blick auf die Wege, auf denen Radfahrer durch Wälder und Felder von Ort zu Ort fahren könn(t)en. „Da wühlt man sich im Sommer durch den Heidesand, und im Winter sind da Wasserlöcher“, beschreibt der Schneflinger den Zustand vieler Verbindungen.

Eine solche gibt es zum Beispiel südöstlich von Schneflingen, wo sich von einer Anhöhe am Wiswedeler Weg aus schöne Blicke über das Wittinger Land bieten, bevor der Wirtschaftsweg in eine Sandpiste übergeht – suboptimal für Radler, die hier in Richtung Radenbeck oder Wiswedel weiterfahren wollen.

Lindwor hat diverse solche Abschnitte ausgemacht, von denen er glaubt, dass sie mit relativ wenig Aufwand zu ertüchtigen wären. 800 Meter etwa seien es, die zwischen Radenbeck und Schneflingen fehlen. Beim 23-Kilometer-Rundkurs seien es 5 Kilometer, die man mit Mineralgemisch aufpeppen könne, 6 weitere Kilometer mit Feinsplitt, und dann noch einmal ein 5 Kilometer langer Abschnitt auf der ehemaligen OHE-Trasse, den man herrichten müsse.

Der Bahndamm gehört zum Gesamtkonzept der IG, die insbesondere die Möglichkeit vermisst, Wittingen per Fahrrad auf sicheren Strecken von Boitzenhagen oder Radenbeck aus erreichen zu können. Lindwor schlägt vor, von Radenbeck aus den Alten Postweg in Richtung Ohrdorf zu nutzen, stellenweise zu ertüchtigen und dann ab dem Ohrdorfer Bahnhof die OHE-Trasse zu nutzen – auch zwischen Suderwittingen und Wittingen, wenn das mit der Draisine vereinbar sei, ansonsten könne man auch eine Wegführung über Kakerbeck schaffen. Generell wolle man nicht gegen die Draisinen-Pläne arbeiten.

Auf der westlichen Seite des Rundkurses bringt Lindwor die sogenannte „Alte Heerstraße“ ins Spiel. Dort seien zwischen Suderwittingen und Schneflingen – und gegebenenfalls weiter bis Ehra – ebenfalls Lückenschlüsse nötig. Der Schneflinger verweist darauf, dass er durchaus Interesse von Radfahrern aus dem Bromer Land an solchen Überlegungen registriere.

Lindwor, der für die CDU im Stadtrat sitzt, betont, dass es ihm nicht um eine parteipolitische Angelegenheit gehe. Die Zahl der Bürger, die die IG unterstützen, belaufe sich inzwischen auf rund 60. Mit dem von Eckhard Meyer betreuten Radwegekonzept für die Stadt wolle man die eigenen Ideen koordinieren, das solle „Hand in Hand“ gehen. Der Stadtverwaltung habe er sein Konzept bereits vorgestellt.

Der Schneflinger ist zudem überzeugt, dass die Pläne für die Stadt nicht teuer werden müssen – er sähe den Landkreis am Zug, wenn es um die touristischen Radwege geht. Auch da habe er bereits Kontakt aufgenommen. Zudem könne man vielleicht auch „Geld aus der Windkraft“ für solche Zwecke verwenden.

Dass seitens der Landesbehörde ein Radweg an der B 244 geplant ist, sieht Lindwor nicht als Widerspruch zu den Zielen der IG: „Wer eine Radtour macht oder touristisch unterwegs ist, der möchte lieber abseits der Straßen fahren, das höre ich ganz oft.“

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