Täter lassen Glocke, Metallkreuz und Kerzenhalter mitgehen

Rader Kapelle geplündert

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Die Glocke ist weg, das Kreuz an der Kapelle auch: Fassungslosigkeit bei Wilfried Korth (v.l.), Werner Manzke und Doris Schulz.

Rade. Rade ist geschockt: Unbekannte haben die Kapelle des Ortes an der Landesstraße zwischen Wittingen und Waddekath geplündert.

Die Täter ließen die Glocke aus dem sechs Meter hohen Glockenstuhl vor dem Gebäude ebenso mitgehen wie das große Metallkreuz, das über dem Vordach angebracht war, dazu diverse andere Objekte und Geräte.

Festgestellt wurde der Diebstahl am Samstagnachmittag gegen 14.30 Uhr. Ein Bürger hatte bemerkt, dass die Pforte zum Friedhofsgelände offen stand und daraufhin nachgesehen. Umgehend wurden Ortsvorsteher Wilfried Korth und die Polizei benachrichtigt. Korth zeigte sich fassungslos angesichts des Umfangs des angerichteten Schadens: „Unglaublich, solch eine Tat.“

In der Kapelle wurden Kerzenhalter von der Wand gerissen.

Am späten Samstagnachmittag konnte der Ortsvorsteher den Ermittlern der Wittinger Polizei eine erste Bestandsaufnahme geben: Neben der schweren, etwa 100 mal 80 Zentimeter großen Glocke und dem zirka 150 mal 80 Zentimeter großen Metallkreuz fehlten auch der gerade erst angeschaffte Grabverbau aus Aluminium, ein Rasenmäher, ein Industriestaubsauger, Sisal-Taue und diverse weitere Geräte. Und: Die Täter hatten im Inneren der Kapelle die handgeschmiedeten Kerzenhalter von der Wand gerissen, Kerzenreste lagen auf dem Boden herum. Zusätzlich entstand Sachschaden am Gebäude, denn um in die Kapelle zu gelangen, hatten die Unbekannten eine Hintertür aufgebrochen, die Tür zur Leichenhalle ebenfalls.

Der Gesamtschaden war am Wochenende noch gar nicht zu beziffern, dürfte aber mindestens vierstellig sein. Die Kapelle ist städtischer Besitz, somit werden wohl im Rathaus ein paar alte Akten konsultiert werden müssen, um etwa den Wert der Glocke zu ermitteln, die 1972 installiert worden sein soll.

Im Lauf des Nachmittags kamen am Sonnabend einige Rader zum Friedhof und sahen sich kopfschüttelnd um – der Vorfall hatte sich schnell herumgesprochen. Eine Bürgerin sprach von einer „Schändung“, die diese Tat bedeute.

Die Rader Kapelle: Die offene Pforte bedeutete am Sonnabend nichts Gutes. Fotos: Boden

Nach den ersten Eindrücken am Tatort ging die Polizei davon aus, dass die Täter es in erster Linie auf Metall abgesehen haben dürften – und mit ihrer Beute vermutlich längst über alle Berge sind. Der Tatzeitpunkt könnte schon in der Nacht zu Freitag gelegen haben, denn eine Raderin berichtete, bereits am Freitagnachmittag bemerkt zu haben, dass die Pforte zum Friedhof offen stand – allerdings habe sie angenommen, dass dort eine Gruppe aus dem Ort arbeite. Das sei aber offenbar nicht der Fall gewesen. Und die Pforte, das bekräftigten mehrere Rader am Sonnabend, werde „normalerweise immer geschlossen“. Offiziell kommt aber auch der Zeitraum bis Samstagmittag in Betracht.

Die Polizei schließt nicht aus, dass die Tat im Zusammenhang mit dem Einbruch in mehrere Hütten des Kleingartenvereins Goldgrube steht (siehe Artikel rechts).

Zeugenhinweise an die Polizei in Wittingen unter (05831) 252880.

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