Tendenz geht nun zur Sanierung des Altgebäudes

Radenbeck: Kein Umzug für Eichenwaldschüler

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Jens Schröder und Bianca Ohlrogg studieren die Unterlagen für den Schulausschuss am Mittwoch. 

Radenbeck. Weil an der Radenbecker Grundschule mehr Platz für den Ganztagsbetrieb benötigt wird, könnte man prüfen, ob die dort im Zuge einer Kooperation unterrichteten Kinder der Eichenwaldschule auf einen anderen Standort im Stadtgebiet ausweichen können.

Dieser Vorschlag aus Reihen der CDU ist nach IK-Informationen inzwischen wieder vom Tisch. Unter den Eltern der Grundschule und der Eichenwald-Klasse hat die Überlegung zwischenzeitlich für einige Aufregung gesorgt und auch für eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der Kooperation gesorgt.

Vertreter der Gruppe CDU/Grüne haben sich vergangene Woche in Radenbeck ein Bild von der Situation gemacht. Die Schulleitung habe dabei plausibel darstellen können, dass die Kooperation in der bestehenden Form sinnvoll ist, sagte Gruppensprecher Uwe Hoppmann (CDU) auf IK-Anfrage. Man könne nun den seinerzeit von der SPD eingebrachten Antrag mittragen, wonach das Altgebäude durch eine Sanierung für den Ganztagsbetrieb nutzbar gemacht werden soll. Die Verwaltung kalkuliert dafür mit 210.000 Euro. Hoppmann meint, in der Gruppe habe man Zweifel, dass das reicht. Daher brauche man nun Zahlen von einem Planer.

Die Kooperation der Radenbecker Grundschule und der Eichenwaldschule – eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung – besteht seit zehn Jahren. Derzeit besuchen acht Kinder aus der Einrichtung der Lebenshilfe die Klasse in Radenbeck, sie belegen dort einen Klassenraum und nutzen zudem einen Gruppenraum. Für den Elternsprecher der Grundschule, Jens Schröder, und die Elternvertreterin Bianca Ohlrogg ist die Zusammenarbeit eine „Erfolgsgeschichte“. In einer Unterschriftenaktion beider Elternschaften, die auch die Erziehungsberechtigten des Ohrdorfer Kindergartens einbezog, habe es ein fast einstimmiges Votum gegen den Auszug der Eichenwaldschüler gegeben.

Ohlrogg hat ein Pflegekind in der Klasse. Sie erläutert, warum sie Radenbeck als Standort so wichtig für die Eichenwald-Kinder findet: „Die kleine Schule bietet einen geschützten Rahmen.“ Schüler beider Schulen würden in den Pausen gemeinsam Fußball spielen, in Sport und Musik haben sie zusammen Unterricht, dazu gibt es viele gemeinsame Aktionen. „Da öffnen sich für die Kinder neue Horizonte.“

Für Schröder ist das selbstverständliche Miteinander der Kinder „gelebte Inklusion“ und eine „schöne Normalität“, die die Schüler beider Schulen bereichere. Er verweist auch darauf, dass Radenbeck von der Stadt bis 2024 als inklusive Schwerpunktschule benannt sei.

Über den Raumbedarf für die Ganztagsbetreuung diskutiert der städtische Schulausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch, 28. November, ab 19 Uhr in der Mensa der Wittinger Oberschule an der Spittastraße. Die Sitzung ist öffentlich.

Von Holger Boden

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