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626 000 Euro für einen Anbau in Rade?

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Das Feuerwehrhaus in Rade soll einen Anbau bekommen.
In Rade soll das Feuerwehrhaus einen Anbau bekommen. Um die Finanzierung wird noch gerungen. © Pfaff, Pascal Patrick

Rade/Schneflingen – Während für Wittingen, Knesebeck und Vorhop angedacht ist, die Feuerwehrgerätehäuser neu zu bauen (das IK berichtete), sind für zwei Wehren aus dem Wittinger Stadtgebiet kleinere Lösungen geplant. In Schneflingen geht es um eine Erweiterung des Sozialtrakts, ergo einen Container auf dem Feuerwehrgelände zwecks geschlechtergetrennter Umkleiden. Bei der Radener Wehr kreist die Diskussion dagegen um den Preis hinsichtlich der Architektenleistung für einen Anbau. Geführt wurden die Gespräche über den Sachstand zu den Projekten in der jüngsten Ausschusssitzung für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung.

Was den geplanten Anbau in Rade anbelangt, sollen die Architektenleistungen neu vergeben werden. Laut Wittingens Erstem Stadtrat Holger Schulz hatte das Architekturbüro Deck bereits eine preisliche Schätzung erarbeitet, wonach der Bau 626 000 Euro kosten würde. Für die Verwaltung zu viel – zumal das Büro laut Schulz „auch keine Alternativlösungen unterbreiten konnte, die kostengünstiger sind“. Der Anbau wirke durch die genannte Summe wie ein Neubau. Besser sei es denn auch, sich bei weiteren Architektenbüros nach deren Leistungen zu erkundigen. Verbunden sei damit die Hoffnung, auf wirtschaftlichere Ergebnisse zu kommen.

Die Ausschussmitglieder votierten in der Folge einstimmig dafür, die Verwaltung bei dem Vorhaben zu unterstützen. Es gehe darum, mindestens drei Architekturbüros anzuschreiben. Außerdem legten die Mitglieder durch ihre Abstimmung fest, 45 000 Euro in den Haushalt für 2023 einzustellen. Das Geld ist vorgesehen für die Genehmigungsplanung und Vergabevorbereitung.

Stadtbürgermeister Andreas Ritter machte denn auch deutlich, dass frühestens im Jahr 2024 mit dem Bau begonnen wird. Einer, der dann auch auf der Vorarbeit des Büros Deck fußen wird. „Deck macht eine gute Arbeit – und die Grundlagen können wir auch weiterverwenden für die neuerliche Planung. Doch es geht ebenso darum, Wettbewerb zuzulassen und andere Entwürfe einzuholen“, so der Rathaus-Chef. Klaus Palluck (FWG) teilte diese Ansicht – und betonte, wie dringlich das Handeln ist: „Wir müssen etwas tun, denn sonst kann die Feuerwehr einpacken.“

Auf die Frage von Thomas Lemke (Grüne), ob die Radener aus Kostengründen nicht einfach eine Replik des Gerätehauses aus Erpensen bekommen könnten, antwortete Ritter : „In Rade geht es um einen Anbau, nicht wie in Erpensen um einen Neubau. Die Sache kann nicht einfach kopiert werden.“ Palluck sprach indes davon, das Erpenser Gerätehaus als „Blaupause betrachten zu können – als Grundsatz, der aber nicht 1:1 zu kopieren ist“.

In puncto Schneflinger Gerätehaus ist es laut Verwaltung angedacht, neben der Fahrzeughalle einen Container mit geschlechtergetrennte Umkleiden aufzustellen. Nötig sei diese Maßnahme, weil es in dem Bau an Platz fehlt. Noch konnte sich die Verwaltung aus Kapazitätsgründen aber nicht genauer mit der Raumsituation befassen, wie es hieß.

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