QiN: Der Politik gefällt das

Wittingen. Leitbild, andere Verkehrsführung, vielleicht langfristig gar ein Schustermuseum? Wenn am 5. Mai die bisherigen Ergebnisse des QiN-Prozesses erstmals öffentlich präsentiert werden (19 Uhr, Stadthalle), dürfen die Mitglieder der Arbeitskreise auf breite Unterstützung ihrer Vorschläge durch die Wittinger Politik hoffen. Eine Umfrage des IK bei den drei Fraktionen im Stadtrat ergab, dass sich alle mit den bisher vorgestellten Ideen anfreunden können.

So sagt etwa SPD-Fraktionschef Hans-Heinrich Koch, dass die Initiativen in seiner Partei auf Zustimmung stoßen. Noch sei es zu früh, über die Reihenfolge der Abarbeitung zu sprechen – dafür müsse man die Vorstellung am 5. Mai abwarten und die dann notwendigen Ausschuss-Sitzungen.

So sieht es auch FWG-Chef Dr. Thomas Weiland: Nach dem 5. Mai könne man sich erst ein abschließendes Bild machen, doch was erarbeitet worden sei, sei gut. Gleichzeitig glaubt Weiland, dass über die schon bekannten Projekte hinaus aus Politik und Verwaltung weitere Impulse für die Innenstadt folgen müssten, um die Wittinger Innenstadt für potenzielle Ansiedlungen interessant zu machen.

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Walter Schulze sagt, seine Partei unterstütze die QiN-Ergebnisse. Es gelte nun, die Themen schnell in die Ausschüsse zu tragen, um den Bürgern zu zeigen „dass gehandelt wird“. Schulze warnt aber auch vor zu großen Erwartungen: Manches bedürfe umfangreicher Planungsmaßnahmen und Finanzmittel.

Einig ist man sich in den Fraktionen auch darin, dass die Entscheidung über die Realisierung von Projekten letztlich bei der Politik zu liegen habe. „Dass sich Bürger engagieren, ist zu begrüßen“, sagt Schulze, „aber Entscheidungsträger sollten die gewählten Ratsherren sein.“ Dies sei bei konstruktivem gegenseitigen Austausch kein Widerspruch. Koch sieht es genauso: „Die Entscheidungshoheit bleibt bei der Politik.“

Noch ist offen, in welcher Form genau der QiN-Prozess weitergeführt wird. Als Gedankenspiele sind schon eine Art Bürgerforum oder vielleicht sogar eine vereinsartige Struktur diskutiert worden. Insbesondere für die künftige Arbeit am und mit dem Leitbild, das die Stadt sich geben will, könnten solche Organisationsformen angebracht sein.

Dass da ein zweites Parlament entstehen könnte, fürchtet man in der Politik nicht. Weiland sieht das Ganze positiv und hofft auf nachhaltige Wirkung: „So findet sich vielleicht eine Beteiligungsmöglichkeit, die das Interesse an Politik weckt.“

Von Holger Boden

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