3500 Gäste feiern ausgelassen

14. Bockbierfest in Wittingen: Ein Prosit auf acht Prozent

Die Münchner Zwietracht sorgte für die richtige Musik und Stimmung.
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Die Münchner Zwietracht sorgte für die richtige Musik und Stimmung.

Wittingen. Stimmung! Skandal im Sperrbezirk, doch nicht im Nordkreis. Dort ging es am Samstagabend so richtig ab. Die 14. Auflage des Bockbierfestes zog die Massen an, und weithin war zu hören, was im Festzelt abging.

Dank der Braumeister war das achtprozentige Bier rechtzeitig vor Ort. Zeremonien- und Bürgermeister Karl Ridder bewies gegen 20 Uhr endgültig, dass er ausgelernt hat. Souverän und meisterlich trieb er den Zapfhahn in das erste Fass, kein Tropfen wurde dabei vergossen, den vorsorglich umgelegten Kittel hätte er sich sparen können. Für das kommende Jahr wird er wohl allein deshalb wieder gebucht werden.

Dann gibt es das 15. Bockbierfest, und wenn es diesmal schon Stimmung pur war, die Münchner Zwietracht kündigte an, dann noch einmal eine Schippe draufzulegen. Die sechs Jungs aus Süddeutschland legten musikalisch hemmungslos wie immer los, die Gäste tobten, tanzten, eskalierten – vor der Bühne, in den Gängen, auf den Bänken, nachdem Ridder, Bierkönigin Isabell Schulze und die Brauereichefs Christian und Axel Schultz-Hausbrandt die ersten Krüge an die durstigen Gäste vor der Bühne verteilt hatten.

„Bei keiner Bank gibt es acht Prozent“, tönte es von der Bühne. Wo etwas Platz war, wurde auch als Paar getanzt. Mehrere Tausend Menschen hatten Dirndl oder Lederhose aus dem Schrank geholt, die Herren trugen klein- bis großkariert, nur eine Dame verwies mit einem Spruch auf ihrem Oberteil, dass ihr Dirndl gerade in der Wäsche ist. Aber auch als Zivilist fühlte man sich wohl, nicht jeder war außer Rand und Band. So mancher Gast vergnügte sich mit Freunden eher ruhig sitzend an den Tischen im hinteren Bereich, mischte das goldblonde Gerstenbräu mit festen Nahrungsmitteln wie Brezeln und Burgern und was die Küche sonst noch hergab.

Auf den ersten 20 Metern nahe der Bühne gingen dagegen die Hände hoch, es wurde gerudert, gefeiert, gesungen und der Selfie-Manie gefrönt. Per soziales Netzwerk war sogleich die Welt zu Gast in Wittingen.

Bei aller Freude und allem Überschwang gab es aber auch Kritik. Die Umstellung auf das Chipsystem führte zu langen Wartezeiten zu Beginn des Festes. „Wir mussten eine ganze Stunde warten, bevor wir ein Bier in der Hand hatten“, meinte ein Besucher. Im Laufe des Abends entzerrte sich die für viele prekäre Situation.

Von Burkhard Ohse

14. Bockbierfest in Wittingen: die Impressionen (Teil 1)

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