Kunst jetzt in den virtuellen Raum verlagert

Projekt der Wittinger IGS: Kreativität in Corona-Zeiten

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So kann das aussehen: „Unser Leben in einer Blase“ hat ein Schüler der IGS sein Photoshop-Kunstwerk zur Corona-Krise genannt (zur Verfügung gestellt von der Schulleitung).

Wittingen – Die Wittinger IGS wollte eigentlich beim Tag der offenen Tür vor einigen Tagen ihr musisches Konzept vorstellen, im Rahmen der landesweiten Aktion „KUMU20“ waren Angebote zum Schauen und Hören geplant.

In der auf vorerst fünf Wochen ausgedehnten Schulpause ist das Projekt nun in den virtuellen Raum verlagert worden – auf die Website der Schule.

Die Schüler sind aufgerufen, Geschichten oder Gedichte zu verfassen, Fotos oder Skulpturen anzufertigen oder auch einen Rap oder andere musikalische Ausdrucksformen auszuprobieren und aufzunehmen – und ihre Ergebnisse dann in Bild und Ton auf der Homepage hochzuladen. Dort sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden, zugleich soll später, nach der Schulschließung, eine Ausstellung daraus entstehen.

Kunst aus dem Home Office

„Wir sehen Dinge neu und anders, entdecken etwas, das uns nie zuvor aufgefallen ist, und uns wird besonders klar, was uns wichtig im Leben ist“, sagt die Kunst-Fachlehrerin Lisa Grolig. Und Fachbereichsleiterin Friederike Klinzmann ergänzt: „Wir möchten die Schüler und Schülerinnen ermutigen, die unterrichtsfreie Zeit kreativ zu nutzen und anderen dadurch zu zeigen, wie sie diese neue Zeit erleben.“

Die pädagogische Leiterin Heike Hartmann ist mit Blick auf das digitale Medium überzeugt, dass „wir die Schüler mit diesem Projekt in ihrer Lebenswelt abholen“. Darüber hinaus gebe es aktuell Überlegungen, die im Zuge der Corona-Krise bekannt gewordene „Regenbogen-Aktion“ (das IK berichtete) mit den Fünftklässlern umzusetzen.

Nachdem gestern die Ferien begonnen haben, ist für die Schüler die Betätigung im schulischen Home Office bis nach Ostern freiwillig, nachdem zuletzt schon zwei Wochen lang Online-Aufgaben bearbeitet wurden. Der stellvertretende Schulleiter Thorben Rutsch hat aber registriert: „Es gibt Schüler, die fordern mehr.“

Gleichzeitig sind freilich auch einzelne Schüler dabei, die die gestellten Aufgaben weniger fleißig angehen – was das Kollegium auch darauf zurückführt, dass nicht bewertet wird. Hartmann ist aber insgesamt zufrieden mit dem Engagement, das die Schüler zu Hause an den Tag legen: „Wir arbeiten überwiegend mit wiederholenden, festigenden Aufgaben – der Großteil nutzt das.“ Nicht zuletzt diene das ja auch einem geregelten Tagesablauf in diesen Zeiten.

Mehr Kommunikation

Dass am Ende der Zwangspause unterschiedliche Lernstände vorliegen werden, sieht Rutsch nicht als großes Problem – die IGS sei von ihrem Grundkonzept her ja ohnehin darauf ausgerichtet, Schüler mit unterschiedlichen Leistungsniveaus zu unterrichten. Doch freilich werde man nicht am ersten Tag nach Wiederbeginn „von 0 auf 100“ durchstarten können.

Wenn die Schule wieder losgehe, so Hartmann, dann werde man die Situation bewerten müssen: Vom Leistungsstand der Schüler und von der dann verbliebenen Restdauer des Schuljahres werde der Plan für die verbleibenden Wochen abhängen.

Für die rund 40 Lehrkräfte sind die aktuellen Wochen eine Zeit, in der sie mehr und anders als sonst mit ihren 480 Schülern kommunizieren müssen – über das Schul-Kommunikationssystem IServ, per E-Mail, per Telefon. Anfragen für fachfremden Einsatz – etwa in Gesundheitsämtern – hätten die Wittinger IGS bisher nicht erreicht, sagt Hartmann. An Arbeit mangele es allerdings auch nicht, wie Rutsch ergänzt: „Die Kollegen machen auch schon die Projektplanung für das nächste Schuljahr.“

VON HOLGER BODEN

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