Beschimpfungen in Gifhorn / Wittinger bitten um Lebensmittelspenden

Probleme bei den Tafeln

Laura Osterloh, erste Vorsitzende der Wittinger Tafel, freute sich Anfang des Jahres über eine Spende des Bühnenspielvereins Hankensbüttel. Zurzeit sind Lebensmittel-Spenden besonders gefragt, aber auch Helfer und Dolmetscher.
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Laura Osterloh, erste Vorsitzende der Wittinger Tafel, freute sich Anfang des Jahres über eine Spende des Bühnenspielvereins Hankensbüttel. Zurzeit sind Lebensmittel-Spenden besonders gefragt, aber auch Helfer und Dolmetscher.

Wittingen/Landkreis Gifhorn. Problemdruck bei den Tafeln in Wittingen und Gifhorn: Seit knapp einem Vierteljahr haben die beiden Lebensmittel-Ausgabestellen für bedürftige Menschen mit verschiedenen Widrigkeiten zu kämpfen.

Im gleichen Maße wie die Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern im Landkreis steigt, erhöht sich die Kundschaft der Tafeln. Dazu kommen zum Teil erhebliche Kommunikationsprobleme zwischen fremdsprachigen Kunden und Tafelmitarbeitern.

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„In den vergangenen Wochen hatten wir erhebliche Probleme vor allem mit Asylbewerbern vom Balkan“, berichtet Edeltraud Sack, Vorsitzende der Tafel in Gifhorn. Über Mund-zu-Mund-Propaganda habe sich zunächst herumgesprochen, dass es Lebensmittel einfach so und gratis gebe. „Die Asylbewerber kennen keine Tafel und wissen somit auch nicht, wie wir arbeiten“, so Sack. Nämlich, dass für den Bezug von Lebensmitteln eine Bewilligungsbescheinigung des Landkreises erfoderlich ist. Kann die nicht vorgelegt werden, geben die Tafelhelfer auch keine Lebensmittel aus. „Das hat dann dazu geführt, dass unsere Mitarbeiter zum Teil massiv beschimpft und beleidigt wurden“, sagt die Gifhorner Tafelvorsitzende. Mittlerweile habe sich die Situation entspannt. Auch dadurch, dass Aushänge in verschiedenen Sprachen in der Ausgabestelle angebracht wurden.

Hinzu komme, dass es bei bestimmten Lebensmitteln Engpässe gebe. Viele Flüchtlinge äßen beispielsweise keinen Kohl oder aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch. Vielmehr seien Paprika oder Hühnchen gewünscht. „Wir haben aber nicht so viel Paprika oder Hühnerfleisch wie nachgefragt wird. Also müssen wir kontingentieren“, so Sack. Auch das sorge zuweilen für Ärger. Von den rund 1700 Menschen, die von der Gifhorner Tafel versorgt werden, seien rund 100 Asylbewerber oder Kriegsflüchtlinge. „Die meist traumatisierten Flüchtlinge aus Syrien werden von uns in ihren Unterkünften beliefert“, so Sack. Probleme mit ihnen seien eher selten.

Auch die Wittinger Tafel kennt solche Kommunikationsbarrieren, kämpft zurzeit aber vornehmlich mit anderen Problemen. Mehr Flüchtlinge sowie wachsende Altersarmut führen zu einer deutlich gestiegenen Nachfrage, die ohne weitere Helfer oder zusätzliche Lebensmittelspenden kaum noch zu bewältigen sei.

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