Erzieherinnen-Mangel

Probleme für Knesebecker Kita-Eltern: Großeltern aus Sachsen benötigt

Diese Eltern aus Knesebeck gehören zu den Erziehungsberechtigten, denen die Kürzung der Betreuungszeiten zum Teil große Probleme beschert.
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Diese Eltern aus Knesebeck gehören zu den Erziehungsberechtigten, denen die Kürzung der Betreuungszeiten zum Teil große Probleme beschert.

Knesebeck – Wie gehen die Stadt und der kirchliche Dachverband mit dem Erzieherinnen-Mangel in der Kita St. Katharinen II um? Interne Lösungen seien geprüft worden, berichtet Stadtbürgermeister Andreas Ritter.

Das Team sei nach Kräften bemüht, dennoch werde es schwierig sein, die Gruppe aufrechtzuhalten. Man wolle nun prüfen, ob zwei Kinder bei einer Krippe in Wittingen unterkommen können, und ob Bedarfe mit Tagesmüttern abgedeckt werden können.

Die Eltern machen sich Sorgen, dass es auch nach dem Sommer mit Engpässen weitergehen könnte. Sie fragen sich, warum innerhalb von zwei Monaten drei Betreuerinnen gehen. Und wie es vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte mittelfristig weitergeht – vor allem dann, wenn ein Neubau mit sechs Gruppen steht.

„Ich erwarte vom Betreiber und von der Stadt Maßnahmen“, sagte Stefan Killmer bei dem Treffen der Eltern im Knesebecker Rathaus. „Kein Elternteil soll seinen Job kündigen müssen.“ Anwälte sind kontaktiert. Gleichwohl glauben die Erziehungsberechtigten nicht an schnelle Abhilfe. Bei dem Treffen wurde denn auch über ein Bündel an Maßnahmen diskutiert – Tagesmütter und die Wittinger Krippe waren auch darunter. Ausweichen nach Brome oder Hankensbüttel? „Alles voll“, sagte eine Mutter. Eltern-Hilfe in der Krippe? Nicht erlaubt. Vielleicht unterstützen Familien sich nun gegenseitig. Bei einem Paar sind sogar vorübergehend die Großeltern aus Sachsen nach Knesebeck gezogen, um auf die Enkel aufzupassen.

Killmer stellt auch die Frage, ob der kirchliche Dachverband mit der Forderung nach einem christlichen Bekenntnis schlechtere Karten auf dem Arbeitsmarkt hat. Dazu sagt die Verbandsvorsitzende Elisabeth Schulze, dass von dieser Forderung längst Ausnahmen gemacht werden. Und alle Betreiber seien auf dem Arbeitsmarkt mit denselben Problemen konfrontiert. Zum 1. August werde man neues Personal haben, bis dahin gebe es leider keine Absolventinnen. Schulze betont, dass üblicherweise versucht werde, über den Bedarf hinaus einzustellen. Betreuungszeiten zu kürzen, das mache der Dachverband nicht gern, sondern „nur im äußersten Notfall“.

VON HOLGER BODEN

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