Polizeikommissariat Wittingen hat Kleinkriminalität im Fokus / Mehr Verbrechen durch Bau der A 39?

Prävention ist das A und O für Beamte

1. Polizeihauptkommissar Rüdiger Elgner ist Leiter des Polizeikommissariats in Wittingen. Foto: Bornemann

Wittingen. „Hier ist die Welt noch in Ordnung“, sagt Rüdiger Elgner, 1. Polizeihauptkommissar (EPHK) und Leiter des Polizeikommissariates (PK) Wittingen. Das PK Wittingen ist für die Bereiche der Samtgemeinden Hankensbüttel und Brome und der Stadt Wittingen zuständig.

Insgesamt sind dort drei Streifenwagen im Einsatz.

Bereits mit der Polizeireform im Jahre 2004 wurde die Präsenz in der Fläche erhöht, so dass mit dem im Südkreis im Bereich Meine eingesetzten Streifenwagen nachts ständig vier Besatzungen im Dienst sind. „Da Meine bereits im Einzugsbereich von Braunschweig liegt, ist dort schon eine Menge mehr los als im Vergleich zu unserem Gebiet“, so Rüdiger Elgner, der seit acht Jahren das Polizeikommissariat in Wittingen leitet. Auch die Autobahnen 39 und 2 tragen ihren Teil zu mehr Straftaten bei. Autodiebstähle, -aufbrüche und Einbrüche in Privathäuser und -wohnungen sind in den Bereichen an der Tagesordnung.

„Sollte die Autobahn 39 bis Lüneburg verlängert werden, dann haben wir in unserem Bereich ein Problem“, ist sich Elgner sicher. Denn zur zeit können im Bereich des PK Wittingen keine professionellen Autodiebstähle und Einbrüche beobachtet werden. „Ein Glück“, sagt Elgner.

Im Nordkreis sind örtliche Täter unterwegs, eine Bandenkriminalität ist hier nicht feststellbar. Die Aufklärungsrate liege hier bei 60 Prozent, damit könne man sehr zufrieden sein, freut sich Elgner.

Brennpunkte gibt es im Nordkreis nicht. Da, wo welche entstehen könnten, ist die Polizei präsent, wie zum Beispiel am Wittinger Bahnhof, einem Verkehrsknotenpunkt. „Dort treffen viele verschiedene Gruppen aufeinander.“

Auch wenn im Nordkreis viele große Veranstaltungen stattfinden, ist eine erhöhte Polizeipräsenz nicht notwendig. „Das liegt an der guten Zusammenarbeit mit den jeweiligen Veranstaltern, die den Kontakt zu uns suchen“, erklärt der PK-Leiter. Schon im Vorfeld finden Gespräche statt, um das Risiko für alle auf ein Minimum zu senken.

Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen im Nordkreis ist sehr gut. Elgner: „Lehrer und Schulleitung haben ein waches Auge, manches Unheil wird dadurch bereits im Keim erstickt.“ Wichtig seien Gespräche und Präventionsarbeit. Und manchmal genüge ein erhobener Zeigefinger oder „ein böser Blick“, um eine geplante Tat zu vereiteln. „Je eher man miteinander ins Gespräch kommt, desto leichter ist es präventiv zu handeln“, weiß Elgner: „Präventionsarbeit ist der Schlüssel für ein gutes Zusammenleben.“

Viel Arbeit macht den Beamten des PK Wittingen die Nähe zur Bundesstraße 4. Regelmäßige Kontrolle des Schwerlastverkehrs steht auf der Tagesordnung. Immer wieder entsteht durch unsachgemäße Ladung ein großes Unfallrisiko. Elgner: „Nicht selten sind Lkw hoffnungslos überladen, dass müssen wir bei einem Blick auf die Waage feststellen.“

Da die Wasserschutzpolizei aus Lüneburg kommt, ist bei Zwischenfällen auf dem ElbeSeitenkanal die hiesige Polizei erster Ansprechpartner. „Dann müssen auch schon mal Kapitäne mit einem erhöhten oder viel zu hohem Alkoholspiegel aus dem Verkehr gezogen werden.“ Aber auch das Einfangen von entlaufenem Vieh gehört zum Einsatzspektrum der Polizei dazu. Elgner schmunzelnd: „In jedem Polizisten steckt ein kleiner Cowboy.“

Für die Zukunft steht für die Polizei Präventionsarbeit an erster Stelle, des Weiteren soll das Erkennen von Drogen- und Medikamentenmissbrauch im Straßenverkehr ausgeweitet werden. Ein weites Feld ist das Fahren ohne Führerschein. Elgner: „Dem Einfallsreichtum derjenigen, die ihren Führerschein abgeben mussten, sind hier keine Grenzen gesetzt.“

Von Meike Bornemann

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