Umleitung wird schon mal übersehen

Plötzlich in der Wittinger Innenstadt

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Nicht verboten, kann aber eng werden: ein landwirtschaftliches Gespann gestern Vormittag auf dem (nicht geplanten) Weg durch die Innenstadt. 

Wittingen – Die Autoschlangen vor der Ampel in der Neuen Straße sind derzeit länger als gewöhnlich. Die Umleitung für den halbseitig gesperrten Hindenburgwall führt zwar über den Umweg, doch freilich nutzen viele Verkehrsteilnehmer den direkten Weg durch die Innenstadt.

Mitunter sind das nicht nur Pkw. Und manchmal liegt das offenkundig auch daran, dass die Ausschilderung in der Bahnhofstraße nicht richtig beachtet wird.

So zum Beispiel gestern Morgen: Ein größeres landwirtschaftliches Gespann hat die Hinweise auf die Umleitung schon passiert und hält vor dem Hotel Nöhre, weil die Ampel rot zeigt. Blinker rechts, obwohl direkt daneben ein rundes blaues Schild mit zwei Pfeilen signalisiert, dass es hier nur geradeaus in die Innenstadt oder nach links, in Richtung Dammstraße, weitergeht. Als die Ampel grün wird, erkennt der Fahrer nach einem leichten Rechtsschwenk seinen Irrtum und fährt geradeaus – viel anderes bleibt mit dem „schweren Geschütz“ auch gar nicht übrig, wenn nicht eine längere Rangieraktion auf der Kreuzung daraus werden soll.

Und verboten ist es auch nicht. Die aktuelle Baustellensituation lenkt einmal mehr den Blick darauf, dass es an der Nöhre-Kreuzung kein Schild gibt, das es dem Schwerlastverkehr oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen untersagt, in die Lange Straße einzufahren.

Bei Sven Zaft von der städtischen Bauverwaltung haben Anrufer in dieser Woche „40-Tonner in der Innenstadt“ gemeldet. Bisher ist das nicht zum Riesenproblem geworden, laut Zaft ist alles weitgehend heil geblieben, „ein paar Steine verschoben“, ansonsten nicht Nennenswertes, was man auf die Durchfahrt eines Lkw zurückführen könne. Ortsbürgermeister Matthias Rönneberg sind keine Beschwerden bekannt.

Seitens der Polizei heißt es auf IK-Anfrage, man habe Anfang der Woche ein paar Probleme wegen Schwerlastverkehr in der Altstadt registriert, das habe sich inzwischen aber normalisiert. Eigentlich gehöre diese Art von Fahrzeugen dort in der Tat nicht hin, abgesehen von Lieferverkehr.

Denn die echten Probleme beginnen dann, wenn mal ein Lkw feststecken sollte. Dass mancher an der Nöhre-Kreuzung trotz aller Beschilderung nach rechts in den Hindenburgwall einbiegen will, führt man bei der Polizei auf die „Macht der Gewohnheit“ zurück. Zaft sieht das auch so: Die Beschilderung sei „mehr als eindeutig“, werde aber offenbar nicht gelesen. Und mancher Ortsfremde verlasse sich vermutlich blind auf sein Navigationsgerät.

VON HOLGER BODEN

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