Die vorgesehene Erweiterung der Vorrangfläche bei Suderwittingen fällt gering aus

Platz für ein neues Windrad

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Die Skizze zeigt die geringfügige vorgesehene Erweiterung des Windparks bei Suderwittingen sowie die teilweise Streichung bestehender Vorrangflächen.

Suderwittingen/Ohrdorf. Mit dem Windpark mit der offiziellen Bezeichnung „Suderwittingen GF 3“ stellt das IK heute die letzte Vorrangfläche im Wittinger Stadtgebiet vor, auf der sich nach den bisherigen Planungen des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) etwas „tun“ soll.

Vorgesehen ist eine Erweiterung, die wohl deutlich geringer ausfällt als von vielen erwartet, von Kritikern befürchtet und von Flächenbesitzern erhofft. Gerade mal ein neues Windrad soll zu den bestehenden fünf hinzukommen.

Zwei insgesamt 373 Hektar große Potenzialflächen zwischen Rade, Mahnburg, Küstorf und Haselhorst hatte der ZGB ins engere Prüfverfahren geschickt – herausgekommen sind eine modifizierte Restfläche von 58 Hektar, auf der die bestehenden fünf Windräder ihren Platz behalten, sowie eine 14 Hektar große Vorranggebietserweiterung. Zu den derzeit installierten 6,5 MW kommen damit voraussichtlich 3 MW hinzu.

Zur Beschneidung der Potenzialfläche hat unter anderem die Nachbarschaft zur nördlich gelegenen Landwehr beigetragen – zu diesem Kulturgut müssen Mindestabstände eingehalten werden. Zudem muss ein 800 Meter breiter Korridor südlich der B 244 freibleiben, weil sich dort zwischen Suderwittingen und Ohrdorf eine Start- und Landebahn für einen Ultraleichtflieger befindet. Für die Planer wird damit der gesamte Bereich südlich der Bundesstraße uninteressant. Des einen Freud, des anderen Leid: Durch den Wegfall dieses Areals wird die Schaffung einer Potenzialfläche bei Teschendorf erst möglich.

Eine weitere Reduzierung der Erweiterungsfläche ergibt sich dadurch, dass eine „Einkreisung“ Suderwittingens vermieden werden soll (120-Grad-Kriterium). Das bereits bestehende Vorranggebiet liegt mit seinen Grenzen deutlich dichter als die üblichen 1000 Meter an Ohrdorf und Suderwittingen. Die Ränder der Bestandsfläche sollen nun bis an die vorhandenen Anlagen zurückverlegt werden, der Abstand damit auf 1000 Meter steigen. Insgesamt schrumpft die alte Vorrangfläche um 66 Hektar.

Zu den benachbarten Dörfern Rade und Waddekath werden 1000 Meter eingehalten. Eine „übermäßige, unzumutbare Störung“ optischer oder akustischer Art erwarten die Planer weder für diese beiden Orte noch für den südöstlichen Rand von Wittingen oder das dicht an der Landesgrenze gelegene Haselhorst. Auch für Suderwittingen und Ohrdorf rechnet man beim ZGB nicht mit „Belästigungen durch visuelle Effekte“.

Eine erhebliche Verkleinerung des ursprünglichen Planungsbereiches wurde auch wegen eines angrenzenden Brutreviers des Rotmilans vorgenommen. Die nördlich der B 244 gelegene Potenzialfläche wurde deswegen um 99 Hektar verkleinert. Die Biber und Fischotter in der östlich vom Windpark fließenden Ohre gelten als „windkraftunempfindliche Arten“.

Von Holger Boden

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