Platz für Hochwasser

Die blau markierten Flächen könnte ein Hochwasser, wie es einmal in 100 Jahren vorkommt, überschwemmen.Karte: NLWKN

Wahrenholz. Entlang der Ise will der Landkreis Gifhorn ein Überschwemmungsgebiet ausweisen. Ein Abschnitt des Flusslaufes von der Brücke der B 188 am Gifhorner Mühlenmuseum bis zur Isebrücke am Verbindungsweg zwischen Schönewörde und Betzhorn soll nach der vorläufigen Sicherung der Flächen durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Januar nun per Verordnung vom Landkreis festgesetzt werden. Von André Pohlmann

Betroffen ist ein Gebiet, in dem statistisch gesehen einmal in 100 Jahren ein Hochwasser zu erwarten ist, teilt der NLWKN mit. Zu dem Areal, das sich auf beiden Uferseiten entlang der Ise erstreckt, gehören auch die Niederungen am östlichen Ortsrand von Wahrenholz (siehe Karte). Die Ortschaft selbst sei von möglichen Überschwemmungen im berechneten Ausmaß zwar nicht betroffen, doch einzelne Gehöfte am Ortsrand könnten im Falle eines Jahrhunderhochwassers unter Wasser stehen, sagt der Sprecher des NLWKN Achim Stolz auf Anfrage des IK.

Für künftige Planungen hat das festzusetzende Überschwemmungsgebiet zur Konsequenz, dass dort keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden dürfen. Sollen Bauwerke errichtet oder erweitert werden, müssen sie künftig wasserrechtlich genehmigt werden. Ausnahmegenehmigungen werden nur dann erteilt, wenn hochwassertauglich gebaut wird und verloren gehener Rückhalteraum an anderer Stelle ausgeglichen wird. Wer Grünland umbrechen will, Flächen aufschütten oder abgraben will oder Bäume und Sträucher pflanzen will, braucht dafür künftig eine Genehmigung. Ziel der Ausweisung von Überschwemmungsflächen sei es, den Wassermassen im Falle eines Hochwassers Raum zu geben, auf denen es stehen kann, ohne Schaden anzurichten, erläutert Antje Präger. Sie leitet den Fachbereich Umwelt beim Landkreis Gifhorn, der beim jetzt anstehenden Festsetzungsverfahren federführend ist.

Der NLWKN hat die betroffenen Gebiete ermittelt und kartographisch erfasst. Die so entstandenen Karten liegen im Zuge der Beteiligung der Öffentlichkeit am Festlegungsverfahren vom 20. Juli bis zum 20. August unter anderem bei der Samtgemeinde Wesendorf sowie bei den Gemeinden Schönewörde und Wahrenholz öffentlich aus.

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