Petra Breitmann trägt Königswürde

Der Wittinger Hofstaat (v.l.): Karl-Heinz Breitmann, Majestät Petra Breitmann, Iris Ruhnau und Jungschützenkönig Alexander Busch.

Wittingen - Von Jürgen Kayser. „Der König ist tot, es lebe die Königin!“ – Die Schützengesellschaft der Stadt Wittingen hat eine neue Majestät. Petra Breitmann folgte Schützenkönig Michael Sterz auf den Thron; am Sonntagabend ließ sich die Wittingerin zur Regentin ausrufen. Nach Silvia Glöde und Gerda Schmidt, die 1994 und 2006 das Schützenvolk regierten, schoss sich die vor einer Woche entthronte Schlüsselordenträgerin an die Spitze der Schützengesellschaft. Und sie avancierte zur dritten Königin in der Männer dominierten Geschichte der Wittinger Majestäten seit 1664 (soweit bekannt).

Begleitet im Königsamt wird die zielsichere „Oberjägerin“ aus der Damenkompanie von ihrem Ehemann Karl-Heinz Breitmann und Kompanieführerin Iris Ruhnau als Adjutantin. Die Entscheidung über die Thronfolge fiel im Fürstenzimmer in der Stadthalle, wo Schießmeister Klaus Jübermann mit seinem Team die Königsscheiben der Anwärter auf die Königsinsignien präzise auswertete - im Beisein von Bürgermeister Wolfgang Trautmann und Repräsentanten der Schützengesellschaft. Insgesamt 123 Mal wurde die „Zehn“ geschossen. Rund 180 Schützen beteiligten sich am Königsschießen, das Majestät Petra Breitmann mit einem Teiler von 128,6 für sich entschied vor Reinhold Drangmeister (Teiler 157,3), dem ehemaligen Oberst.

Die neue Königin durchlebte ein Wechselbad der Gefühle, als ihr die Nachricht von der bevorstehenden Königserhebung in der Nachtweide überbracht wurde. Später bahnte sie sich ihren Weg durch die Menge, die gespannt auf das Krönungszeremoniell wartete und die wie eine Mauer stand. Mit einer galanten Geste rief Wolfgang Trautmann die Regentin zur Proklamation auf die Bühne. Die Original Fulauer Blasmusikanten intonierten „Heil dir im Siegerkranz“, und Uwe Schulze, Kommandeur und Vorsitzender der Schützengesellschaft, hängte der Majestät feierlich die Königskette um.

Alexander Busch, der vor einem Jahr zu den Wittinger Schützen gestoßen war, ließ sich als neuer Jungschützenkönig feiern. Er kam, sah und besiegte Sven Jübermann (T. 270,6) und Stefanie Cors (T.297, 0) aus dem engen Favoritenkreis. 44 Jungschützen schossen auf die Königsscheibe. 32 „10er“ wurden gezählt. „Gute Ergebnisse“, freute sich der Vorsitzende.

Das 393. Schützenfest war das gesellschaftliche Ereignis am Wochenende in der Stadt mit Ausstrahlung in die Öffentlichkeit. Es wurde marschiert, geschossen, getanzt. Ein Highlight war am Pfingstsonntag das Antreten der Schützen mit dem Spielmannszug Wahrenholz und den Fulauern. Der Marktplatz glich einem großen Heerlager. Die Schützengesellschaft beförderte und ehrte dort verdiente Mitglieder.

Zum Höhepunkt geriet auch der traditionelle Ortsratsempfang. Wolfgang Trautmann begrüßte zahlreiche Ortsvorsteher, Majestäten mit ihren Abordnungen sowie Vertreter verschiedener Vereine und Institutionen im Rathaus. Der Orts-Chef freute sich besonders, die „Fulauer“ zum zehnten Mal beim Wittinger Schützenfest dabei zu wissen.

Das Schützenfest hatte am Freitag traditionell mit dem Zapfenstreich begonnen, und mit dem Schützenessen und einen Top-Programm feierte es gestern ein turbulentes Finale. Mehr davon in der morgigen Ausgabe.

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