Zwölf Angestellte der Bäckerei Meyer bangen um die Zweigstelle an der Junkerstraße

Personal kämpft um Backfililale

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Elisabeth Burmeister, Heidi Adamek, Christine Kluger und Stefanie Schulz (v. l.) arbeiten seit Jahren als eingespieltes Team in der Bäckerei Meyer an der Junkerstraße.

Wittingen. Das Dutzend Damen der Bäckerei-Filiale Meyer an der Junkerstraße bangt ebenso um den Standort wie um das Auseinanderbrechen ihres seit Jahren eingespielten Verkaufsteams.

Grund: Nachdem Einzelhändler Michael Genz unlängst angekündigt hat, seinen Edeka-Supermarkt am Ende des Jahres zum letzten Mal aufsperren zu wollen, könnte auch die angrenzende Meyer-Filiale wackeln. Oliver Meyer, Mitinhaber der gleichnamigen Wahrenholzer Bäckerei mit über 50 Zweigstellen, macht die weitere Existenz des Lokals an der Junkerstraße von der Umsatzentwicklung nach dem Genz-Rückzug abhängig. Noch bis Ende Juni läuft der Pachtvertrag für das Ladenlokal mit dem Immobilieneigentümer.

So lange wollen die Damen um Filialleiterin Heidi Adamek nicht warten. Sie gehen in die Offensive, bitten die Kunden, der Filiale die Treue zu halten. Mehr noch: „Viele unserer Kunden kommen regelmäßig, um hier Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen“, sagt Adamek. Wie der Stammtisch, dem Eleonore Baumann und die anderen sechs Wittinger angehören. Sie treffen sich seit Jahren an der Junkerstraße. „Wenn diese Filiale geschlossen werden würde, wüssten wir erst einmal nicht, wo wir uns in Wittingen treffen sollten“, sagt die Seniorin. Die Filialleiterin ergänzt, dass an der Junkerstraße weitaus mehr Umsatz gemacht werden könnte, wenn es denn mehr Sitzplätze gäbe. „Manche Besucher wünschen sich auch ein Brunch-Angebot“, weiß Adamek. Und sonntagmorgens stehen die Wittinger Schlange und warten auf frische Brötchen.

Privat würde einigen Frauen die Schließung der Filiale in die Bredouille bringen, auch wenn sie ihren Arbeitsplatz wahrscheinlich nicht verlieren werden. „Manche von uns besitzen kein Auto“, so Adamek. Und eine Kollegin aus der Altmark habe schon jetzt einen Anfahrtsweg von mehr als 30 Kilometern.

Von Jens Schopp

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