Wittingen: Wirtschaftsausschuss und Verwaltung uneinig über künftiges Nutzungsmodell der Stadthalle

Pächter oder Eigen-Betrieb?

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Die Teilsanierung der Wittinger Stadthalle soll ungefähr im Oktober abgeschlossen sein. Das künftige Nutzungsmodell – Pächter oder eigenverantwortlicher Betrieb – steht noch nicht fest.

Wittingen. Die Teilsanierung der Stadthalle Wittingen liegt weiterhin gut im Zeit- und Kostenplan, berichtete Stadtbürgermeister Karl Ridder jetzt im Wirtschaftsausschuss. Für die Fertigstellung ist weiterhin Ende September oder Anfang Oktober angepeilt.

Damit ist auch der Zeitpunkt gekommen, sich über die künftige Nutzung des neuen „Wittinger Aushängeschildes“, wie der Ausschussvorsitzende Uwe Hoppmann (CDU) die Stadthalle bezeichnete, Gedanken zu machen. Ein fester Pächter? Oder eine eigenverantwortliche Bewirtschaftung? So lautete die Kardinalfrage der Ausschusssitzung.

Die Verwaltung jedenfalls wünscht sich eine Lösung mit einem festem Pächter. „Das oberste Ziel sollte eine ganzheitliche Verpachtung sein“, positionierte sich Ridder deutlich. Der Verwaltung würde erheblicher Arbeitsaufwand erspart, benannte Wirtschaftsamtsleiter den großen Vorteil einer Pächterlösung. Zwar sei das Jahr 2013, in dem man die Stadthalle bereits eigenverantwortlich betrieb, mit 29 Veranstaltungen „ausgesprochen gut“ verlaufen, aber: „Wir haben nur auf Anfragen reagiert, ein Pächter könnte da aktiver vermarkten“, erklärte der Erste Stadtrat Peter Rothe auf IK-Anfrage.

Trotz der letzten Misserfolge der in der Stadthalle Wittingen habe die Stadt in 2013 gezeigt, dass sich das Objekt wirtschaftlich betreiben lasse, sagte Kruse. Nach der Teilsanierung, die auch die energetische Situation verbessern wird, sei außerdem mit steigender Attraktivität und damit auch steigender Frequentierung zu rechnen.

Eine Einigung auf eine dementsprechende öffentliche Ausschreibung wollte Ridder deshalb am besten schon in der Ausschusssitzung erzielt wissen. Doch Ausschussmitglieder und Bürgervertreter sahen das anders. „Ich glaube nicht, dass eine teilsanierte Stadthalle sich für eine ganzheitliche Verpachtung eignet“, meinte Hoppmann. Ein selbstverantwortlicher betrieb sei besser geeignet. So könne man unter Umständen auch der Stadthalle Gifhorn Konkurrenz machen.

Dafür gab es aus dem Ratsrund und von den Bürgervertretern Unterstützung. Es gebe viele verschiedene Veranstaltungsmöglichkeiten für die Stadthalle. Mit einem festen Pächter könnte man sich der Flexibilität berauben, äußerte Bürgervertreter Thorsten Friedrichs – und stieß damit auf Zustimmung.

Auch ein fester Pächter – beispielsweise eine Event-Agentur – könne nur zwischengeschaltet sein und so auf verschiedene Anbieter zurückgreifen, hielt Ridder dagegen. Ratsherr Matthias Rönneberg (CDU) brachte die Möglichkeit einer GmbH ins Spiel, in der die Stadt als Gesellschafter am Betrieb der Stadthalle dauerhaft beteiligt bleiben könnte.

Letztendlich verständigte sich der Ausschuss auf eine Übergangsphase bis Ende des Jahres, in der die Stadt die Stadthalle eigenverantwortlich betreiben wird. Danach solle ausgewertet werden, wie die Stadthalle läuft, bevor über das endgültige Nutzungsmodell entschieden wird.

Von Steffen Schmidt

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