Belastung der Freiwilligen Feuerwehr steigt weiter an

Ortswehr Wittingen hat immer mehr Einsätze

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Carsten Seer (v. r.) ist neuer stellvertretender Zugführer. Torsten Bötticher und Olaf Gose gratulierten.

Wittingen – Während der Jahreshauptversammlung der Wittinger Ortswehr im Hotel Nöhre am Samstagabend berichtete Ortsbrandmeister Torsten Bötticher von exakt 100 Einsätzen – 18 mehr als im Vorjahr und fast doppelt so viele wie 2016.

„Wir haben eine sehr gute Entwicklung bei den Mitgliederzahlen. In diesem Jahr kamen neun Kameraden dazu“, berichtete Bötticher.

Mit Stand vom Samstag erhöhte sich die Zahl nochmal um einen auf nunmehr 83 Aktiven, darunter nun 27 Atemschutzgeräteträger. Die Aktiven haben ein Durchschnittsalter von 36 Jahren. „Wir sind in allen Altersgruppen gut vertreten, der Schwerpunkt liegt bei den 21- bis 27-jährigen“, sagte Bötticher.

Wetterbedingt waren viele Einsätze Brandeinsätze, darunter der Großbrand bei Butting und etliche Flächenbrände. „Es war alles vertreten“, berichtete Bötticher, besonders die neue Drehleiter kam oft zum Einsatz. Mit ihr ist die Fahrzeugpark-Erneuerung angeschoben worden.

Denn es besteht Bedarf bei Gerätehaus und Ausrüstung. Das Feuerwehdomizil sei marode, es fehlten nicht nur 500 Quadratmeter Nutzfläche und Funktionsräume, auch die sanitären Einrichtungen seien in einem „desolaten Zustand“, zudem gebe es Mängel beim Brandschutz und der Statik und es lauerten Unfallgefahren. Auch müsse das alte TLF 4000 dringend ersetzt werden.

Das ist auch der Politik klar, die sich am Samstag im Vorwahlkampf und einig zeigte. „Gerätehaus und Ausstattung sind ein wichtiger Punkt für die Motivation der Aktiven“, bekräftigte der stellvertretende Stadtbrandmeister Michael Engel. Die Frage nach dem neuen Standort wurde dagegen nicht beantwortet. Ordnungsamtsleiter Andreas Ritter wollte die Entscheidung bei der Politik angesiedelt sehen, lediglich dass ein neues Haus kommt, stehe fest. Bötticher drückte aus, man habe einen favorisierten Standort, ohne ihn zu nennen. Er appellierte an die Politik, die Wünsche der Ortswehr zu berücksichtigen.

Für 50-jährige Mitgliedschaft ehrte die Versammlung den Ehrenortsbrandmeister Hans Chojnacki. Er wiederum forderte, gegen mögliche Kritik am neuen Feuerwehrstandort vorzugehen. „Sonst greift das um sich. Irgendjemand ist immer dagegen“, sagte er.

Für 25-jährige Treue wurden Nils Grobe, Wolfgang Seeger und Ingo Beling ausgezeichnet. Frank Parrmann trat als stellvertretender Zugführer nach 13 Jahren nicht mehr an. Für ihn wählte die Versammlung in geheimer Abstimmung mit 40 zu 19 Stummen bei fünf Enthaltungen Carsten Seer.

VON BURKHARD OHSE

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