Einmal CDU, einmal SPD?

Ortsbürgermeister-Posten in Wittingen und Knesebeck: Signale, aber noch keine Festlegungen

  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen/Knesebeck. Werden die Karten in den Ortsräten von Wittingen und Knesebeck neu gemischt? Und wenn ja, wie? Diese Fragen sind zehn Tage nach der Kommunalwahl noch offen.

Derzeit erscheint es denkbar, dass Wittingen einen CDU-Ortsbürgermeister bekommt und Knesebeck einen SPD-Ortsbürgermeister behält.

In beiden Orten sind die Christdemokraten stärkste Fraktion geworden – zur absoluten Mehrheit hat es aber in beiden Fällen nicht gereicht. Matthias Rönneberg, mit dem Ziel angetreten, Ortsbürgermeister zu werden, hat für die CDU in Wittingen das mit Abstand stärkste Einzelergebnis geholt: 1100 Stimmen. Mit ihm ziehen Jörg Friedrichs (249 Stimmen), Andreas Bona (208) und Lothar Brause (111) in den Ortsrat ein. Diesen vier CDU-Mandaten stehen gegenüber: zwei für die SPD (Hans-Jürgen-Schindler, 372; Hildrun Mitschke, 117), zwei für die FWG (Christoph Möhlmann, 548; Jutta Pape, 143) und ein Sitz für die Grünen (Thomas Lemke, 170).

Wird das bisherige Muster aus dem Stadtrat angewendet, dann bekommt Rönneberg keine Mehrheit als neuer Ortsratschef. Doch von der SPD kommt schon das Signal, dass man über alles reden könnte. Noch habe es keine Gespräche gegeben, sagt Schindler, noch sei alles offen, doch könne man sich durchaus vorstellen, einen Ortsbürgermeister Rönneberg zu stützen: „1100 Stimmen sind eigentlich eindeutig. Wir wollen keinen Machtkampf – alle sollten an einem Strang ziehen und sich um die Stadt kümmern.“

CDU-Mann Bona sagt, es gebe noch keine konkreten Überlegungen hinsichtlich einer Suche nach einem politischen Partner. Ziel der CDU sei es aber, als stärkste Partei den Ortsbürgermeister zu stellen. Gespräche werde es wohl erst im Oktober geben. Bei der FWG gibt es noch keine Festlegung, ein Ortsbürgermeister mit 1100 Stimmen sei aber „naheliegend“, sagt Möhlmann.

In Knesebeck hat die SPD nach Angaben des amtierenden Ortsbürgermeisters Heinz-Ulrich Kabrodt eine Einladung der FWG zu Konsultationen erhalten. „Wir werden auch mit der CDU sprechen, wenn sie als stärkste Fraktion uns einlädt“, sagt der SPD-Mann. Er selbst stehe wieder als Ortsbürgermeister zur Verfügung, wenn das gewünscht sei. Gut möglich sei, dass sich „nicht viel ändert“.

SPD und FWG haben mit 4:3 Stimmen die Mehrheit im neuen Ortsrat. Neben Kabrodt (505 Stimmen) hat Hans-Heinrich Koch (99) ein Mandat für die Sozialdemokraten bekommen. Der bisherige Partner FWG ist mit Dr. Thomas Weiland (286) und Thomas Knöfel (186) vertreten. Die CDU stellt mit Matthias Rode (917) den stärksten Einzelbewerber, zu seiner Fraktion gehören Elisabeth Schulze (176) und Eckhard Meyer (95). Ziel der Knesebecker Christdemokraten ist es, mit Rode den Ortsbürgermeister zu stellen. Dafür will man mit den beiden anderen Fraktionen Gespräche führen – über Personalien und über Inhalte und Ziele.

Von Holger Boden

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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