Special Olympics: Bewerbung als „Host Town“

Olympia-Feuer in Wittingen?

Special Olympics in Kiel.
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Gemeinsamer Sport für Menschen mit und ohne Behinderungen – das sollen die Special Olympics World Games 2023 in Berlin bieten. Zudem soll die Gesellschaft für Inklusion sensibilisiert werden.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Landkreis Gifhorn – Wird der Landkreis Gifhorn eine der Gastgeber-Kommunen bei den Special Olympic World Games 2023? Das Sportereignis geht in Berlin über die Bühne, doch die Athletinnen und Athleten und ihre Teams werden auch in 170 sogenannten „Host Towns“ (Gastgeber-Städten) empfangen, die ein buntes Rahmenprogramm vorbereiten. Der Landkreis will dazugehören – und hat sich jetzt gemeinsam mit der Stadt Wittingen, der Stadt Gifhorn, der Samtgemeinde Meinersen und der Gemeinde Isenbüttel beworben. Mit im Boot sind der Kreissportbund, der Behindertenbeirat des Landkreises und der Hof Isenbüttel.

Bei den Special Olympic World Games werden 7000 Teilnehmer aus 170 Nationen erwartet. Diese treten vom 17. bis 24. Juni 2023 in 26 Disziplinen gegeneinander an. Gleichzeitig steht auch im Vordergrund, dass Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung untereinander sowie mit Menschen ohne Behinderung Sport treiben.

Bei der Bewerbung des Landkreises und seiner teilnehmenden Mitgliedsgemeinden ist es ein wichtiger Gedanke, dass der Gedanke der Inklusion in die Öffentlichkeit getragen wird und inklusive Strukturen nachhaltig gestärkt werden. Das Organisationskomitee der Special Olympics setzt sich eine dauerhafte Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung zum Ziel.

„Das Projekt wäre für unsere Mitmenschen – mit und ohne Behinderung – ein Riesengewinn, um sich näher kennenzulernen und gemeinsam auszutauschen“, meint Landrat Tobias Heilmann. „Wir fiebern der Entscheidung des Komitees regelrecht entgegen.“

Ein Highlight: Das Feuer der Special Olympics wird auch durch die Host Towns ziehen – bei erfolgreicher Bewerbung also auch durch Wittingen. Das Organisationskomitee will die Kommunen, die zum Zuge kommen, im Dezember bekanntgeben.

Sven Menzhausen, Leiter der Abteilung für Kultur, Sport und Tourismus im Wittinger Rathaus, hofft, dass der sportliche Groß-Event im Sommer 2023 auch in der Brauereistadt seine Spuren hinterlassen wird. Was genau dann auf dem Programm stehen soll, ist noch offen, doch es gibt erste Ideen.

„Wir sind so ein bisschen der Nordkreis-Vertreter“, sagt Menzhausen über die Tatsache, dass Wittingen sich gemeinsam mit dem Landkreis und der Stadt Gifhorn sowie der Samtgemeinde Meinersen und der Gemeinde Isenbüttel als „Host Town“ (Gastgeber-Stadt) bewirbt. Als die Möglichkeit dafür über den Städte- und Gemeindebund bekannt wurde, habe in ersten Gesprächen nicht jede Kommune im Kreisgebiet Interesse gezeigt. Die, die sich nun für die Bewerbung zusammengeschlossen haben, seien sich einig: „Jeder soll ein Stück vom Kuchen abbekommen.“ Und Menzhausen ist überzeugt: „Das kann keiner allein schultern, das kriegen wir nur gemeinsam hin.“

Was also könnte auf der Agenda stehen, wenn Wittingen und seine Partner zum Zuge kommen und im Vorfeld der Spiele (17. bis 24. Juni 2023) vier Tage lang ein Willkommensprogramm für die Delegation einer der teilnehmenden Nationen bieten? Zunächst einmal hatten der Landkreis Gifhorn und seine Gemeinden laut Menzhausen die Möglichkeit, ihre Bewerbung auf eine bestimmte Gruppen-Größenordnung zu beziehen. Man entschied sich für 30 bis 40 Teilnehmer, offenbar eine mittlere Größe. Welche Nation hier eventuell zu Gast sein wird, das ließ sich nicht ankreuzen. Menzhausen: „Das ist ja das Spannende.“

Von den vier Tagen werden der erste und der letzte nach bisherigem Kenntnisstand im Wesentlichen für An- und Abreise dienen, so dass es letztlich um zwei volle Tage mit Programm geht. Und da soll einmal der Nordkreis und einmal der Südkreis im Fokus stehen. Erste Gedankenspiele für das, was in Wittingen stattfinden könnte, drehen sich laut Menzhausen um ein Kunstprojekt, mit dem Gäste und Gastgeber gemeinsam etwas Bleibendes schaffen könnten.

Außerdem soll natürlich auch sportliche Betätigung eine Rolle spielen – in welcher Form, das wird noch diskutiert. Sportvereine sollen dabei eingebunden werden, wenn sie Interesse haben. Und mit dem Wittinger Sport-Inklusionsfest, das für 2022 geplant ist, lassen sich für 2023 natürlich ganz hervorragend noch Erfahrungen sammeln.

Menzhausen denkt, dass die Bewerbung aus dem Landkreis Gifhorn durchaus gute Chancen hat. Man könne sicher ein gutes Konzept vorweisen, und durch die Zuganbindung ab Wolfsburg sei Berlin gar nicht weit.

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