Tempo 30 auf der B 244?

Ohrdorf: Wunsch nach Entschleunigung vor dem Kindergarten

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Der Kindergarten in Ohrdorf: Aus der Ortspolitik werden jetzt Rufe nach Tempo 30 auf der B 244 laut, die an der Einfahrt zur Kita vorbeiführt.

Ohrdorf – Rollt der Verkehr auf Höhe des Ohrdorfer Kindergartens bald mit Tempo 30? Wenn es nach Ortsratsmitglied Frank Schulz geht: ja. Dieser plädierte in der jüngsten Sitzung des Ortsrates für eine Geschwindigkeitsbegrenzung vor der Betreuungseinrichtung.

„Bisher hieß es immer: Das geht nicht“, sagte Schulz. Doch seit Anfang 2019 könne man nun auch Tempo-30-Zonen beantragen, ohne schwerwiegende Begründungen wie Unfallschwerpunkte oder ähnliches vorbringen zu müssen. „Wir sollten das ins Auge fassen, schließlich laufen in dem Bereich viele Kinder herum.“

Das stieß durchaus auf Wohlwollen bei seinen Ortsratskollegen. Einen förmlichen Beschluss für eine solche Forderung gab es nicht, die Angelegenheit soll aber in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung.

Ein Tempo-30-Abschnitt auf der B 244 – hätte dieses Ansinnen Aussicht auf Erfolg? Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland (VCD) verweist auf Verordnungen, wonach die reduzierte Geschwindigkeit nicht nur in Nebenstraßen möglich ist, sondern auch auf Hauptverkehrsstraßen.

So könnten Länder und Kommunen Tempo 30 etwa in „sensiblen Bereichen mit besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern“ einführen, zum Beispiel „im unmittelbaren Bereich von an diesen Straßen gelegenen Kindergärten, Kindertagesstätten, allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern“.

Stadtbürgermeister Karl Ridder sagt auf IK-Anfrage, dass der Stadt über die neuesten Verordnungen zu Tempo 30 noch keine Durchführungsbestimmungen vorliegen, aber: „Wenn so etwas möglich ist, werden wir darüber reden.“ Das Thema Ohrdorf kennt er, auch aus Radenbeck liege ein Antrag vor.

Für Ridder ist aber auch klar, dass vermutlich dicke Bretter gebohrt werden müssen, wenn man Tempo 30 auf einer Bundesstraße einführen will. Hinzu kommt, dass die Stadt solch eine Entscheidung – allen Erleichterungen zum Trotz – voraussichtlich nicht allein treffen kann. Der Landkreis Gifhorn ist als Verkehrsbehörde derzeit die letzte Instanz, wenn es um derartige Fragen geht. Daran, so Ridder, werde sich sicher nichts ändern.

VON HOLGER BODEN

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