Ortsrat votiert einstimmig für Zusatzangebot

Ohrdorf will die Krippe

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Munteres Treiben im Ohrdorfer Kindergarten: Eltern und Ortspolitiker sowie der Kindergarten selbst würden sich hier auch ein Krippenangebot wünschen. 

Ohrdorf – Ohrdorf will eine Krippengruppe für den Kindergarten im Ort. Das ist jetzt auch offiziell: Der fünfköpfige Ortsrat hat am Mittwochabend einstimmig für die Schaffung einer solchen Einrichtung votiert.

In der Sitzung – die passenderweise im Kindergarten stattfand – klang aber auch an, dass seitens der Stadt wohl erst einmal abgewartet wird, wie sich die Betreuungsbedarfe im Stadtgebiet entwickeln. Im Zusammenhang mit Ohrdorf fiel dabei auch die Jahreszahl 2021. Nach einer sofortigen Lösung klingt das also nicht. Der Ohrdorfer Walter Schulze (CDU), beratendes Ortsratsmitglied und Mitglied im Stadtrat, verwies auf die politischen „Zwänge“ mit Blick auf den Haushalt. Schon jetzt stelle die Stadt pro Jahr mehr als 2 Millionen Euro für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Das alles solle freilich „nicht heißen, dass in Ohrdorf nichts passiert“.

Im Ort selbst, das wurde in der Sitzung noch einmal hervorgehoben, sieht man vor allem zwei Argumente für eine eigene Krippe. Mike Blaesing, der Leiter des Kindergartens, nannte zunächst den pädagogischen Aspekt: Für Krippenkinder, die mit 3 Jahren den Schritt in den Kindergarten machen, sei der Übergang leichter, wenn sich Gebäude und Betreuungspersonal für sie nicht ändern: „Da sind Tränen vermeidbar.“ Daneben sehe man auch seitens des Kindergartens die Perspektive der Eltern, die sich wünschen, mit verschieden alten Kindern nicht verschiedene Betreuungsstätten anfahren zu müssen.

Das bekräftigte auch Ortsratsmitglied Frank Schulz: „Mich stört schon die starke Zentralisierung nach Wittingen und Knesebeck.“ Und Ortsbürgermeister Christian Dalibor verwies ebenfalls auf die erhoffte Stärkung des Standortes Ohrdorf durch ein Krippenangebot.

Als Vertreterin des Kita-Dachverbandes der Kirche betonte Stefanie Pagel-Bosker, dass der Verband die Entscheidung über eine Krippe in Ohrdorf nicht zu treffen habe. Aus fachlicher Sicht wäre man aber „sofort dabei“, sagte die pädagogische Leiterin: „Es spricht vieles dafür, Ohrdorf zu stärken.“ Und natürlich müsse man sich finanzieller Folgen bewusst sein, etwa mit Blick auf den dann nötigen Sanitärbereich für die Krippe: „Ja, es kostet Geld.“

VON HOLGER BODEN

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