Ortsrat erteilt mehrheitlich Absage an Bauleitplanung für Ställe

Ohrdorf sagt "Nein" zu 126.000 Hähnchen

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(Symbolfoto)

Ohrdorf. Die Bedenken waren in der Diskussion unterschwellig spürbar – und am Ende hob mit Ortsbürgermeister Dirk Faust (CDU) nur einer die Hand, als es für den Ohrdorfer Ortsrat gestern Abend darum ging, die Bauleitplanung für drei neue Hähnchenmastställe zu ermöglichen.

Zwei der vier anwesenden Ratsmitglieder stimmten mit „Nein“, dazu gab es eine Enthaltung. Zwar hatte Faust betont, es gehe in der Sache nicht um eine Entscheidung über die Erweiterung des Mastbetriebs und der benachbarten Biogasanlage südlich von Ohrdorf – doch wurde bei der Diskussion des Rates wie auch bei Einwürfen aus den Reihen der 14 Zuhörer mehrfach Unbehagen deutlich.

Zwar hieß es, Geruchsbelästigung durch die bestehende Anlage sei bisher im Ort eher selten, und eine echte Störung durch Lieferverkehr machte auch niemand geltend. Doch Jürgen Werner (SPD) sorgte sich um das Funktionieren der Filtertechnik, die laut Faust zertifiziert sein werde, und der Ohrdorfer Walter Schulze gab zu bedenken, dass bei einem „Ausstallen“ 25 Lkw an- und abfahren müssten. Ein Vertreter der Ohre Hähnchen Bioenergie GmbH & Co. KG, die das Projekt vorantreiben will, war bei der Sitzung im Bistro Athen nicht zugegen. Die Firma will die Kosten der Bauleitplan-Änderung tragen.

Bisher gibt es südlich des Ortes eine „Sonderbaufläche für Bioenergie“. Die bestehende Biogasanlage soll erweitert werden, zudem sollen drei weitere Hähnchenmastställe für jeweils 42 000 Tiere gebaut werden. Das ist mit der aktuellen Bauleitplanung nicht möglich – die Stadt müsste eine „Sonderbaufläche für Bioenergie und Masttierhaltung“ ausweisen. Das wäre aber nur eine formelle Voraussetzung, die die Kommune erfüllen müsste – die Genehmigung des gesamten Vorhabens müsste letztlich der Landkreis erteilen. Faust zeigte sich überzeugt, dass dieser die Sache „akribisch prüfen“ werde.

Die letzte Entscheidung über die Haltung der Stadt zu einem geänderten Flächennutzungsplan hat der Stadtrat. Vorher wird das Thema noch den Bauausschuss beschäftigen.

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