Warten zwischen Wittingen und Radenbeck – der Stand der Dinge

Ohrdorf: Die Sache mit dem B 244-Radweg

Hier möchte kaum jemand mit dem Fahrrad fahren: B 244 in Richtung Ohrdorf.
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Hier möchte kaum jemand mit dem Fahrrad fahren: B 244 in Richtung Ohrdorf.

Ohrdorf – Es gibt wenige Themen, die in den Orten an der B 244 von Suderwittingen bis Radenbeck solche Dauerbrenner sind wie die Frage nach einem Radweg an der Bundesstraße.

Wird der noch gebaut? Und wenn ja: wann? Und ist vielleicht das Radeln auf dem alten Bahndamm eine Alternative? Eine Bestandsaufnahme der Fakten zum jetzigen Zeitpunkt.

Von Brome aus ist der Radweg bis Benitz fertig. Von dort aus bis Wittingen müssen Radfahrer die Fahrbahn der Bundesstraße nutzen, sofern sie nicht – wo das möglich ist – auf Wirtschaftswege ausweichen.

Der Lückenschluss ist von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in zwei Planungsabschnitte geteilt worden: Wittingen-Zasenbeck und Zasenbeck-Benitz. Beide Abschnitte befinden sich im Planfeststellungsverfahren, wie Behördenleiter Michael Peuke auf IK-Anfrage erklärt. Für Wittingen-Zasenbeck hat die öffentliche Auslegung der Planunterlagen stattgefunden, für Zasenbeck-Benitz gab es einen Erörterungstermin.

Auf die Frage nach einem Zeithorizont für das Vorhaben macht die Behörde keine konkreten Angaben – was bei laufenden Planfeststellungsverfahren erfahrungsgemäß auch schwierig ist. Peuke erläutert: „Sobald das Baurecht vorliegt und die Grundstücke bebaut werden dürfen, wird die Bauvorbereitung vorangetrieben, mit dem Ziel, im nächsten Bauprogramm zu bauen.“

Baurecht gibt es erst am Ende eines erfolgreichen Planfeststellungsverfahrens. Stadtbürgermeister Andreas Ritter wies in der Sitzung des Ohrdorfer Ortsrates darauf hin, dass ein Planfeststellungsbeschluss freilich auch beklagt werden kann. Das würde den Prozess zusätzlich verzögern. Für den Fall, dass niemand gegen die Planung vor Gericht zieht, hält Ritter einen Baubeginn im Jahr 2022 für möglich.

Peuke schneidet implizit ein weiteres Problem an: den Grunderwerb. Vor Jahren hieß es bereits, der sei an der Strecke nicht überall ganz einfach. Auf die Frage nach dem Stand der Dinge bei den Bemühungen um die nötigen Flächen heißt es aktuell seitens der Landesbehörde: „Der Grunderwerb ist noch nicht abgeschlossen.“

Immer wieder wird in den Orten gefragt, ob die ehemalige OHE-Strecke als Radweg-Alternative in Frage kommt. Dazu lautet der Stand der Dinge, dass es bei der Stadt Wittingen dafür keinen Beschluss gibt. Angesichts der durch die Pandemie stark verschlechterten Haushaltssituation scheint ein Radwegbau auf dem etwa 15 Kilometer langen Bahndamm unrealistisch, auch wenn eine solche Nutzung – insbesondere für Teilstrecken – durchaus diskutiert wird. Für den Abschnitt Wittingen-Ohrdorf gibt es Überlegungen für eine Draisinenstrecke.

Klar ist: Die für den Radwegbau an der B 244 zuständige Landesbehörde wird auf dem Bahndamm keinen Radweg bauen. Dort ist sie nicht zuständig, und die generelle Philosophie für solche Projekte ist, dass die Radwege aus Sicherheitsgründen an den Hauptstraßen entlang geführt werden sollen. Ritter erläuterte im Ohrdorfer Ortsrat, dass ein eigener Wittinger Radweg auf der OHE-Strecke wenig sinnvoll erscheint, wenn in wenig Entfernung dazu ohnehin ein Radweg gebaut wird. VON HOLGER BODEN

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