„Das sollte man nicht totschweigen“

Ohrdorf: Diskussion um Raser im Eichelkamp geht weiter

Viele Anwohner des Eichelkamps in Ohrdorf fühlen sich durch Raser belästigt.
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Viele Anwohner des Eichelkamps in Ohrdorf fühlen sich durch Raser belästigt.

Ohrdorf. 120 Sachen waren zwar nicht dabei – doch viele Anwohner des Eichelkamps dürften sich nach einer neuerlichen Geschwindigkeitsmessung in Ohrdorf in ihrer Einschätzung bestätigt sehen: Im Eichelkamp wird gerast.

„Das ist auch nicht wenig“, sagt Ortsbürgermeister Christian Dalibor und blickt auf die neue Auswertung mit Zahlen und Balkendiagrammen, die ihm die Stadtverwaltung übermittelt hat.

Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 79 km/h sind demnach im Eichelkamp registriert worden, als die städtische Tempo-Messtafel für zwei Wochen zwischen 19. August und 2. September in der Tempo-30-Zone platziert wurde. Eine Woche lang wurde der Verkehr zunächst in Richtung Ortsmitte gemessen, in der zweiten Woche dann in Richtung Bahnhof.

In der ersten Woche lag das registrierte Höchsttempo fast jeden Tag über 60, in Woche zwei kratzte es zumeist an der 70er Marke oder lag darüber. Die größten Ausschläge in Richtung innerorts wurden gegen 6 Uhr und gegen 15 Uhr verzeichnet, in Fahrtrichtung außerorts war das zwischen 5 und 7 Uhr sowie gegen 15 und 18 Uhr der Fall.

Die Messungen sind eine neue Grundlage für die Diskussion über den Verkehr im Eichelkamp. Werte aus dem ersten Quartal des Jahres – zum Teil mit Spitzentempo 120 – waren noch an der Bundesstraße erhoben worden und nicht direkt in der Tempo-30-Zone (das IK berichtete).

Ohrdorfs Ortsbürgermeister Christian Dalibor will im Kampf gegen zu hohes Tempo im Eichelkamp nicht nachlassen.

Auch wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit nun in beiden Messwochen bei 29,6 beziehungsweise 34,8 Stundenkilometern lag, und auch wenn nur ein Bruchteil der Fahrer mit 60 oder mehr Sachen durch den Eichelkamp gefegt ist – für Dalibor sind Maximalwerte von 79 km/h nicht akzeptabel: „Das sollte man nicht totschweigen oder schönreden.“ Wer mit fast 80 Sachen durch den Eichelkamp fahre, der könne schon mal nicht die dort geltende Rechts-vor-links-Regel beachten, und: „Hier sind schließlich auch Kinder.“ Dalibor will mit den Messergebnissen erneut auf die Polizei zugehen, um für Verkehrsüberwachung zu plädieren.

Angesichts der Uhrzeiten, zu denen die Spitzenwerte gemessen wurden, glaubt Dalibor, dass Berufspendler dafür verantwortlich sein könnten. Ein Bürger hat ihm zu dem Thema einen Brief geschickt, der den Ortsbürgermeister in seiner Auffassung bestärkt: Der Verfasser schreibt, dass er immer wieder Raser in der Tempo-30-Zone erlebe, es handele sich „immer um dieselben Fahrzeuge während des Schichtverkehrs“.

Von Holger Boden

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