Ohne Querungshilfen

In Stöcken findet man sich jetzt damit ab, dass es keine verkehrsberuhigenden Maßnahmen für die Landesstraße gibt.F.: Archiv

Stöcken - Von Holger Boden. Nach langen Diskussionen wird die Stöckener Ortsdurchfahrt nun wohl keine Querungshilfen bekommen. Der Bauausschuss der Stadt Wittingen ist am kommenden Montag (18.30 Uhr, Rathaus) aufgefordert, ein Votum zur Neugestaltung des Straßenbereichs abzugeben. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sind im Beschlussvorschlag, der dem Gremium vorliegen wird, nicht vorgesehen.

„Wir haben das vor Ort alles mit einem Planer besprochen“, sagt Stöckens Ortsvorsteher Frank Forjahn. „Wir hätten gern eine Querungshilfe gehabt, aber es wird keine geben, das werden wir nicht ändern können.“Allerdings sehe auch er die Straßensituation als ausreichend einsehbar für Fußgänger an und könne mit den nun zur Debatte stehenden Planungen leben.

Einer, der sich stets für eine Querungshilfe stark gemacht hatte, ist der Lübener CDU-Ratsherr Jörn Wolter. „Für die Stöckener ist das jetzt so in Ordnung“, hat er erfahren. Wolter selbst sieht den Bereich am Sportplatz nach wie vor als nicht ungefährlich an. Hier müssen auch Kinder aus Lüben die Straße queren, die die Stöckener Sportanlagen besuchen. „Eine Querungshilfe ist politisch nicht hinzukriegen“, sagt Wolter, der Tempokontrollen für das effektivste Mittel gegen Raser in Stöcken hält.

Doch auch die wird es nicht geben, wie aus den Vorlagen für den Bauausschuss hervorgeht. „Blitzkästen hätten natürlich die beste Wirkung“, sagt auch Bauamtsleiter Albert Soltau. Allerdings müsste die Stadt die Aufstellung mitfinanzieren – Soltau zufolge ginge es dabei um mehr als 20 000 Euro –, doch die Bußgelder würde der Landkreis kassieren. Möglicherweise der Hauptgrund, warum sich diese Möglichkeit der Verkehrsberuhigung bisher noch nirgends im Stadtgebiet durchgesetzt hat, in der Salzwedeler Straße sowenig wie in Vorhop.

Die dortige Verkehrsberuhigung ist für FWG-Fraktionschef Dr. Thomas Weiland ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Er bereut heute die (seinerzeit auch von seiner Fraktion mitgetragene) Entscheidung für die Querungshilfen, weil sie nach seiner Auffassung Rasern eher zur Steigerung des „Fahrspaßes“ dienen und die Sicherheit nicht erhöhen. In der bisherigen Diskussion hatten SPD und FWG auch die mit Querungshilfen verbundene, voraussichtlich fünfstellige „Ablösesumme“ ins Feld geführt, die ans Land gezahlt werden müsste.

Der Bauausschuss wird nun darüber befinden, ob gemäß der vorliegenden Planung gegenüber dem Sportplatz ein neuer Gehweg auf der Ostseite der Landesstraße angelegt wird, und ob andere Zuwegungen verlängert beziehungsweise verbreitert werden.

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