Das Ende einer Eisenbahn / Vorkaufsrecht bei Anrainer-Kommunen

Aus für OHE-Trasse Wittingen-Rühen

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Amtlich: Wie hier in Ohrdorf wird auf der OHE-Trasse nach Rühen kein Zug mehr rollen.

Wittingen. Der Widerstand aus Teilen der Politik und aus den Reihen des Fördervereins Ohretalbahn war ebenso vergeblich wie ein im letzten Sommer vermeldetes verkehrspolitisches Interesse aus Wolfsburg.

Die Bahnstrecke von Wittingen nach Rühen, auf der seit gut zehn Jahren keine Züge mehr gerollt sind, ist keine Bahnstrecke mehr.

Wie es gestern von der Niedersächsischen Straßenbaubehörde auf IK-Anfrage hieß, sei im Freistellungsverfahren für die OHE-Trasse bereits am 15. Januar „der positive Bescheid“ ergangen. Behördensprecher Jens-Thilo Schulze: „Wie von den Antragstellern (OHE und anliegende Gemeinden) beantragt, hat die Landesbehörde nach eingehender Prüfung der Freistellung der Strecke von Bahnbetriebszwecken nach § 23 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes zugestimmt.“ Ein Verkehrsbedarf für diese Strecke habe nicht festgestellt werden können.

Bei der OHE sorgt das natürlich für Freude – das Unternehmen hatte die Strecke zuletzt als Kostenfaktor ohne Einnahmeseite betrachtet.

Eisenbahnbetriebsleiter Sebastian Schülke sagte dem IK gestern Nachmittag, die OHE wolle sich von der Trasse trennen, werde sie aber zunächst nicht auf den freien Markt geben: „Die Gemeinden haben Vorkaufsrecht.“

Daher, so Schülke, wolle man den Anrainer-Kommunen einige Monate Zeit geben, ein etwaiges Interesse zu bekunden – auch für den Fall, dass es Absichten für eine Nutzung der kompletten Trasse oder eines längeren Teils davon gibt. So könnte nun beispielsweise – gerade wegen der Entwidmung – Draisinenverkehr auf den Schienen stattfinden.

Von privatem Kaufinteresse habe man bei der OHE auch schon gehört, bisher aber keine konkreten Anfragen dazu registriert. Die Strecke, so Schülke, bleibe nun erst einmal liegen, bis ihre Zukunft geklärt ist. Insgesamt handele es sich bei der Trasse zwischen den Bahn-Kilometern 0,3 und 34,625 um eine Fläche von etwa einer halben Million Quadratmeter. Dabei geht es im Wesentlichen um den Damm, auf dem die Gleise verlaufen, dazu einige Quadratmeter in den ehemaligen Bahnhöfen.

Von Holger Boden

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