Bei vier Geräten im Stadtgebiet: Keine Einnahmen von 2009 bis 2013

Aus für öffentliche Telefone?

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Der öffentliche Fernsprecher am Wittinger Marktplatz: Viele Telefonate werden auch hier nicht geführt, aber dieser Standort könnte vielleicht erhalten bleiben.

Wittingen. Wittingen steht vor dem Ende einer Ära – und vermutlich wird sich kaum jemand in den Trauermarsch einreihen. Die Telekom will die verbliebenen öffentlichen Fernsprecher abbauen.

Stadtbürgermeister Karl Ridder berichtete dem Stadtrat am Dienstagabend, dass es im Stadtgebiet noch acht solcher Geräte gebe. Früher sagte man „Telefonzelle“ dazu, doch schon längst ist ein festes Dach nicht mehr selbstverständlich. Ebenso wenig wie die Nutzung – denn die geht im Handy-Zeitalter vielfach gegen Null.

So habe es zwischen 2009 und 2013 an den vier Standorten Boitzenhagen, Glüsingen, Ohrdorf und Vorhop keine Einnahmen mehr gegeben, sagte Ridder unter Berufung auf Angaben der Telekom. Angesichts der deutlichen Nicht-Nutzung habe die Stadt kaum Argumente, den Abbau-Plänen des Unternehmens zu widersprechen.

In den vier Orten stehen so genannte Basis-Telefone, die mit einer „Calling Card“ betrieben werden können – der spontane Gebrauch mit Münzen scheidet dort also aus. Vier weitere Fernsprecher stehen in Wittingen (Bahnhof, Marktplatz, Rathaus) und in Knesebeck an der Wittinger Straße.

Für die Telekom ist der Abbau von Telefonstationen inzwischen Alltag, wie die Sprecherin Stefanie Halle bestätigt: „Wir führen in dieser Hinsicht laufend Gespräche.“ Der Hintergrund sei die mangelnde Wirtschaftlichkeit. Das Anliegen ihres Unternehmens sei es aber auch, diese Schritte genau zu prüfen und dabei im Einvernehmen mit den betroffenen Kommunen zu handeln.

Laut Andreas Ritter vom Hauptamt der Stadt Wittingen hätte die Kommune bei sechs der acht Geräte ein Veto-Recht. Dieses gelte nicht für die Standorte Glüsingen und Rathaus. Nach seinen Informationen verursacht jeder öffentliche Fernsprecher der Telekom im Durchschnitt Kosten in Höhe von 150 Euro pro Monat.

Die Stadt will sich laut Ritter nun mit den betroffenen Ortsbürgermeistern und -vorstehern abstimmen und dann der Telekom Rückmeldung geben. Vorstellbar sei, dass man zumindest für eine Aufrechterhaltung des Angebots am Bahnhof und auf dem Marktplatz plädieren werde.

Von Holger Boden

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