Wittingen: 120 Fünftklässler werden erwartet / Stadtelternrat kritisiert Ganztagsplanung

Oberschule wird fünfzügig

An der bisherigen Wittinger Realschule werden künftig Ober- und Realschüler unterrichtet. Archivfoto: Boden

Wittingen. Die Wittinger Oberschule geht fünfzügig an den Start – das steht nach Eingang der Anmeldungen fest. Nach Angaben des Ersten Stadtrats Peter Rothe, im Rathaus für Schulfragen zuständig, werden im neuen Schuljahr etwa 120 Fünftklässler begrüßt.

Eine knappe Fünfzügigkeit, die die Einrichtung kleiner Klassen ermöglicht.

Im Vorfeld hatte es viel Unsicherheit gegeben, weil insbesondere das Wahlverhalten der Hankensbütteler Real- und Hauptschüler nicht abzuschätzen war. Nun haben sich offenbar aus der Nachbarkommune ebenfalls viele Schüler bei der neuen Oberschule in der Schusterstadt angemeldet.

Für die Wittinger Oberschule kann damit hinter immer mehr offene Fragen ein Haken gemacht werden. Auch der Ganztagsbetrieb ist seit dem 4. Juli genehmigt, so dass die Planungen – endlich – konkret werden können. Die Stadt kalkuliert derzeit mit Umbaukosten für Mensa und Küche in Höhe von 87 000 Euro. Dabei wird darauf gesetzt, dass 70 Prozent der Summe aus der Kreisschulbaukasse erstattet werden.

Bis zu 80 Plätze sollen in der Mensa geschaffen werden, mit 75 Schülern hat sich ein Großteil der kommenden Fünftklässler bereits für das Mittagessen angemeldet. Die Ganztagsschule wird an zwei Tagen (dienstags und donnerstags) teilgebunden geführt, ist für die Oberschüler also verpflichtend. Für den Mittwochnachmittag könnte noch ein Betreuungsangebot entstehen – hier will die Stadt die ersten Wochen abwarten und dann eventuell nach den Herbstferien damit starten.

Die Schullandschaft in Wittingen wird mit der Einrichtung der Oberschule einigermaßen komplex: Die Oberschule selbst wird am Standort der Realschule sukzessive aufgebaut. Gleichzeitig existieren weiterhin die Realschule und die Hauptschule, beide laufen aber aus, wenn die kommenden sechsten Klassen in einigen Jahren ihren Abschluss machen.

Die Grundschule bleibt eigenständig, hat allerdings nach wie vor keinen Leiter. Bisherige Ausschreibungen der Stelle blieben erfolglos, nach Rothes Informationen versucht die Landesschulbehörde es im Herbst noch einmal. Vorläufig werde die Grundschule von der Schulleitung der Oberschule kommissarisch mitgeleitet.

Noch unbesetzt ist die zusätzliche Stelle der didaktischen Leitung, die in der Oberschule neu geschaffen wird. Gar nicht besetzt wird die Stelle des ursprünglich einmal vorgesehenen Sozialpädagogen, den alle Oberschulen bekommen sollten – die Landesregierung hat an diesem Plan nicht festgehalten. Im Wittinger Schulbereich existieren aber zwei halbe Sozialpädagogen-Stellen, diese sollen künftig der Oberschule wie auch der Hauptschule zugute kommen.

Noch nicht restlos begeistert von den Oberschul-Plänen ist der Vorsitzende des Stadtelternrates, Christian Hinze-Riechers: Die Elternschaft wolle mindestens an vier, wenn nicht gar fünf Tagen eine verlässliche Betreuung. Man brauche also wenigstens montags und mittwochs zusätzlich ein freiwilliges Ganztagsangebot. Dies sei auch das Ergebnis einer Umfrage im Frühjahr gewesen. Hinze-Riechers vermisst eine Befassung des Schulausschusses mit diesem Thema noch vor den Ferien. Nun müssten die Eltern vermutlich monatelang auf Zusatzangebote warten.

Von Holger Boden

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